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Grevenbroich
Rat entscheidet: Altes Finanzamt wird Unterkunft für Flüchtlinge

Grevenbroich. Der Rat hat entschieden: Das alte Finanzamt an der Erckensstraße wird definitiv zur Flüchtlingsunterkunft. Dort sollen die 150 Menschen einquartiert werden, die zurzeit noch in der Alten Feuerwache und in der Turnhalle am Stadion einquartiert sind. Das Gebäude wird ab dem 1. September für zwei Jahre vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW kostenfrei gemietet. Es muss jedoch noch für rund 400 000 Euro mit Duschen und Brandmeldern ausgerüstet werden.

"Wir haben jetzt grünes Licht bekommen und werden das nun alles so schnell wie möglich umsetzen", sagt Sozialdezernent Claus Ropertz. Fest eingeplant sind Sozialarbeiter, die sich zum einen um die künftigen Bewohner des Finanzamts kümmern werden. Andererseits sollen sie auch im Umfeld des Gebäudes tätig werden, "also im Bahnhofsquartier", betont Ropertz. Die Sozialarbeit dort sei ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts.

Ebenfalls beschlossen wurde eine Wohncontainer-Anlage, die am Eingang zur Innenstadt rund 100 Menschen beherbergen soll. Ins Auge gefasst wurden die Freiflächen am Hagelkreuz und an der Gillbachstraße. Auf dem einem Gelände würde es möglicherweise Probleme mit der Wasserversorgung geben, auf dem anderen könnte das Verlegen einer Gasleitung einem solchen Projekt entgegenstehen. Doch Claus Ropertz gibt sich gelassen: "Das wird geprüft, wir warten das Ergebnis ab." Das Vorhaben soll etwa zwei Millionen Euro kosten.

Ebenfalls befürwortete der Rat eine Containerwohnanlage für rund 30 Personen, die an der Merkatorstraße am Bahnhof errichtet werden soll. Für Kauf, Aufbau und Infrastruktur fallen etwa 750 000 Euro an. Zudem wird ein gebrauchter Container für 16 Flüchtlinge erworben, der an der Unterkunft an der Hansendstraße in Frimmersdorf aufgestellt wird. Die Kosten wurden von Claus Ropertz auf rund 250 000 Euro beziffert.

Darüber hinaus erhielt die Verwaltung den Auftrag, der Bezirksregierung verschiedene Grundstücke im Stadtgebiet zu benennen, die für den Bau einer Landeseinrichtung in Frage kommen. Durch solche Unterkünfte, wie sie etwa auch in Dormagen geplant sind, könnten Kapazitäten von 500 Plätzen und mehr geschaffen werden.

Zurzeit leben 486 Asylbewerber in Grevenbroich. Noch in diesem Jahr rechnet die Stadtverwaltung mit dem Zugang von weiteren 350 Flüchtlingen.

(wilp)
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