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Grevenbroich
Rathaus unter der Lupe

Grevenbroich: Rathaus unter der Lupe
Mitarbeiter des Unternehmens Rödl & Partner werden das Grevenbroicher Rathaus noch in diesem Jahr unter die Lupe nehmen. Der Rat entschied sich für die renommierte Firma. Sie soll der finanziell angeschlagenen Stadt bei der Haushaltssicherung helfen. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Externe Berater sollen der Stadt aus der Haushaltsmisere helfen. Die Politiker haben sich jetzt für ein Unternehmen entschieden: Mitarbeiter der Firma Rödl & Partner sollen das Rathaus unter die Lupe nehmen. Von Wiljo Piel

Hinter geschlossenen Türen haben sich die Ratspolitiker entschieden: Das Nürnberger Unternehmen Rödl & Partner wird die Stadt bei der Haushaltssanierung unterstützen. Bei einem seit Jahren defizitären Haushalt – aktuell klafft im Etat ein Loch von fast 28 Millionen Euro – haben sich die Fraktionen zu diesem Schritt entschlossen. Sie erhoffen sich von den Beratern eine Potenzial-Analyse. Das heißt: Jeder Bereich im Rathaus soll akribisch auf Einsparmöglichkeiten durchleuchtet werden.

Wann die Wirtschaftsprüfer ins Rathaus einziehen werden, steht noch nicht fest. Der Auftrag an das Unternehmen wird voraussichtlich erst Mitte nächsten Monats das Grevenbroicher Verwaltungsgebäude verlassen. Der Hintergrund: Bis dahin wird das Gutachten der Gemeindeprüfungsanstalt vorliegen, auf dessen Basis die Berater ans Werk gehen sollen. "Wir gehen davon aus, dass sie auf jeden Fall noch in diesem Jahr hier tätig werden", sagt Rathaussprecher Andreas Sterken.

In der Ruhrgebiets-Kommune Schwerte (49 000 Einwohner) sind die Berater bereits aktiv geworden. Und dort haben die Stadtverwalter gute Erfahrungen mit den "Externen" gemacht, wie Stadtsprecher Carsten Morgenthal betont. Die Vertreter von Rödl & Partner haben insgesamt 50 Vorschläge entwickelt, die in Schwerte seit 2008 konsequent umgesetzt werden.

Stoßrichtung: Rund 20 Millionen Euro sollen die Spartipps bis 2013 für den mit rund 28 Millionen Euro überschuldeten Haushalt bringen. Die Kommune sei mittlerweile auf einem guten Weg, meint Morgenthal: "Für unseren Kurs gab es ein dickes Lob von der Kommunalaufsicht. Sie bescheinigte uns, dass die Konsolidierung des Haushalts hier sehr ernsthaft betrieben wird."

Die Vorschläge in Schwerte reichten vom Einsparen einer Beigeordnetenstelle über die Einführung von Parkgebühren in der Innenstadt bis hin zur Gewerbesteuer-Erhöhung. Eines der größten Sparprojekte: die Schließung des defizitären Freizeit-Allwetterbades und der Verkauf des Grundstücks an einen Investor.

Rödl & Partner war eines von insgesamt vier Beratungsunternehmen, die sich dem Rat vorgestellt haben. Was die "Externen" kosten werden, bleibt vorerst geheim: Weder Politiker noch Stadtverwalter wollen sich derzeit zum Honorar äußern. Fest steht, dass es für die Wirtschaftsberater keine Tabus in Grevenbroich geben wird. In einer "Vorstellungs-Mappe" für den Rat haben sie bereits eine grobe Richtung skizziert. Darin wurde festgestellt, dass die Liegenschaften der Stadt (wie Erfthalle oder Haus Neurath) zu den größten Geldschluckern zählen. Übrigens gleich neben den Grünanlagen, zu denen auch die 16 städtischen Friedhöfe gehören.

Quelle: NGZ
 
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