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Grevenbroich
Rattenproblem in Gustorf ist gelöst

Grevenbroich: Rattenproblem in Gustorf ist gelöst
Dirk Piepenbrink mit einer seiner Rattenköder-Boxen. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Fast einen Monat lang hat der Schädlingsbekämpfer Dirk Piepenbrink (46) den Nagern nachgestellt - letztlich mit Erfolg. Bei seinem Einsatz setzte der Grevenbroicher auch ein Nachtsichtgerät ein, um den Ratten auf die Spur zu kommen. Von Wiljo Piel

Dirk Piepenbrink gibt Entwarnung. Der Schädlingsbekämpfer hat das Rattenproblem in Gustorf gelöst. In den vergangenen Monaten hatten sich Anwohner und Geschäftsleute heftig über die Nager beschwert, die selbst am helllichten Tage über die Straße "Auf dem Wiler" wuselten. "Ich gehe davon aus, dass jetzt Ruhe ist", sagt der 46 Jahre alte Grevenbroicher. Fast einen Monat lang hat er die lästigen Tiere bekämpft.

"Das war schon ein massiver Rattenbefall", berichtet Dirk Piepenbrink, der anfangs gar nicht wusste, woher die Nager überhaupt kamen. Sie wurden zwar häufig auf den Grünflächen vor der Schule gesehen, doch dort war nicht ein einziges Erdloch zu finden. "Sie mussten also von irgendwo anders herkommen", sagt der 46-Jährige.

Weil sich der Schädlingsbekämpfer brennend für das Verhalten seiner "Feinde" interessiert, hat er sich in der Dunkelheit mit seinem Nachtsichtgerät auf die Lauer gelegt. Mit Erfolg: Eines Abends beobachtete Dirk Piepenbrink, wie einige Exemplare hinter der Waschbeton-Fassade der alten Schule hervorkamen und in die Umgebung ausschwärmten. Bingo!

Insgesamt 16 abschließbare Köderstationen hat Dirk Piepenbrink rund um die Schule platziert - jede mit 400 Gramm tödlichem Wirkstoff gefüllt. Die Dosis war angemessen, denn: "Ratten, die zwischen 350 und 500 Gramm schwer werden, fressen etwa zehn Prozent ihres Körpergewichts am Tage. Mit nur 100 Gramm würde man keine töten", sagt der 46-Jährige.

Die Gift-Tütchen mit Ködern der sogenannten "Generation 2" fixierte er mit Metallstangen in den Boxen, damit sie nicht in die Vorratskammern der Ratten geschleppt werden konnten. "Die Tiere sollten sofort und möglichst viel fressen", sagt Piepenbrink. Seine Strategie ging auf: Sechs tote Nager hat er in der Umgebung aufgesammelt, er geht aber davon aus, dass in Hohlräumen hinter der Schulfassade weitaus mehr verendete Tiere liegen könnten. "Das will ich mir ansehen, wenn die Schule einmal abgerissen werden sollte", sagt der Schädlingsbekämpfer. Er vermutet, dass er es in Gustorf mit mindestens 40 Nagern zu tun hatte.

Der Einsatz "Auf dem Wiler" - den er im Auftrag der Stadtverwaltung erledigte - sei recht aufwendig gewesen, schildert Dirk Piepenbrink: "Drei Mal täglich bin ich dort zu Kontrollen hingefahren oder um tote Tiere aufzusammeln. Aber letztlich hat sich die Mühe gelohnt. Ich habe keine Ratte mehr herumlaufen sehen." Vorsichtshalber stehen aber noch Köderboxen rund um die ehemalige Schule.

Im Jahr kann ein Rattenpärchen bis zu 2000 Nachkommen in die Welt setzen, die Tiere erreichen bereits mit drei Monaten ihre Geschlechtsreife. Ratten-Einsätze stehen daher auch auf Platz eins der Auftragsliste von Dirk Piepenbrink - gefolgt von der Wespen- und Kakerlaken-Bekämpfung.

Was dem Experten überhaupt nicht gefällt: Auf den Grünflächen vor der Schule führen Hundebesitzer ihre Tiere zum Gassi-Gehen aus. "Dort liegen große Kothaufen herum - das ist mir ein Gräuel. Die Leute sind es selbst schuld, wenn sie ein Problem mit Ratten bekommen", wettert Piepenbrink. Hundekot sei schließlich erstklassiges Rattenfutter und ziehe die Nager magisch an.

Dirk Piepenbrink, der die Firma gemeinsam mit seinem Vater Wolfgang führt, hat bereits mehrere erfolgreiche Missionen in Grevenbroich erfüllt. Rund um die Wabenhäuser am Hammerwerk konnte er ein Rattenproblem lösen, in Hemmerden hat er es sogar mit der Polizei zu tun bekommen, als er mehrere Abende hintereinander mit seinem Nachtsichtgerät einem lästigen Marder nachspürte. "Die Beamten wollten wissen, was ich denn da so treibe", berichtet er schmunzelnd.

Die Piepenbrinks sind mittlerweile weit über den Rhein-Kreis hinaus tätig. Sie halfen sogar - das Internet macht es möglich - einer Hausfrau in Venezuela, die sich mit einem Floh-Problem an die Schädlingsbekämpfer wandte. "Per E-Mail-Kontakt haben wir sogar das schnell lösen können", sagt Piepenbrink.

Quelle: NGZ
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