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Grevenbroich
Rekord-Ernte in XXL-Gewächshäusern

Grevenbroich: Rekord-Ernte in XXL-Gewächshäusern
Vier Gesellschafter stecken hinter dem Unternehmen "Neurather Gärtner" (v.l.): Dirk Drießen, Matthias Draek, Carsten Knodt und Wilhelm Baum. Sie investierten in den vergangenen fünf Jahren 18 Millionen Euro in die Anlage. FOTO: a. tinter
Grevenbroich. Die "Neurather Gärtner" haben sechs Millionen Euro in die Erweiterung ihres Gewächshausparks investiert. Das zahlt sich jetzt aus. Bis Dezember sollen acht Millionen Kilo Tomaten geerntet werden - drei Millionen mehr als bisher. Von Christian Kandzorra

Sie sind rot, rund, saftig - und gehören in jeden Salat: Tomaten. Wer das Gemüse im regionalen Supermarkt kauft und auf dem Etikett den Ursprungsort Deutschland liest, hat mit großer Wahrscheinlichkeit einen Zweig Tomaten in der Hand, der im Neurather Gewächshauspark gewachsen ist. Auf einer Fläche von insgesamt 16 Hektar reift dort das Gemüse, erst im Oktober vergangenen Jahres wurde der Park für rund sechs Millionen Euro um 5,2 Hektar erweitert.

Damit steht der landesweit größte Gewächshauspark auf Grevenbroicher Stadtgebiet. "Jetzt beginnt die Erntesaison", sagt Wilhelm Baum (52), der den Park gemeinsam mit drei weiteren Gesellschaftern 2010 ins Leben gerufen hatte.

Bis Dezember wollen die Züchter erstmals bis zu acht Millionen Kilogramm Tomaten ernten. "Vor der Erweiterung waren es rund fünf Millionen Kilo", sagt Wilhelm Baum. Angebaut werden in den vier riesigen Gewächshäusern in erster Linie die handelsüblichen Rispen-Tomaten, vor allem die Sorte "Lyterno". Aber auch Cocktail-, Eier- oder Cherry-Tomaten gedeihen in Neurath das ganze Jahr über.

Die vier Gesellschafter Wilhelm Baum, Carsten Knodt, Dirk Drießen und Matthias Draek, die jeweils an der Spitze eigener Gartenbaubetriebe in Düsseldorf, Tönisvorst, Nettetal und Straelen stehen, haben sich aber nicht ohne Grund für den Standort Neurath entschieden. "Ausschlaggebend war die Idee, die Gewächshäuser mit Wärme aus dem gegenüberliegenden Kraftwerk zu heizen", erklärt Carsten Knodt.

Über ein Rohrsystem wird die Fernwärme in die gläsernen Gewächshäuser geleitet und in einem Puffertank, der 5000 Kubikmeter fasst, zwischengespeichert. "Mit der Kraftwerks-Wärme regeln wir die Temperatur in unseren Gewächshäusern. Damit die Tomaten gut wachsen, muss diese zwischen 18 und 24 Grad liegen", erklärt Gesellschafter Carsten Knodt (42) aus Tönisvorst. Ein weiterer Faktor ist die Sonnenlichteinstrahlung. "Die haben wir in unserem Anbau durch ein diffuses Spezial-Glas optimiert", erklärt Wilhelm Baum. Derzeit seien 70 Mitarbeiter im Gewächshauspark beschäftigt, in dem die Tomaten an den bis zu 14 Meter langen Pflanzen geerntet, sortiert und in Kisten verpackt werden. "Zu unseren Haupt-Abnehmern zählen große regionale Supermarktketten", sagt Gesellschafter Wilhelm Baum.

Nach der Erweiterung auf knapp 16 000 Quadratmeter ist der Platz am Gewächshauspark, in die Neurather Tomatenzüchter bis heute etwa 18 Millionen Euro investiert haben, vorerst ausgereizt. "Beim aktuellen Anbau müssen noch kleinere Restarbeiten erledigt werden. Ob es darüber hinaus noch mehr Erweiterungen geben wird, steht noch nicht fest. Mittelfristig könnten wir uns aber vorstellen, mit umliegenden Grundstückseigentümern zu verhandeln", erzählt Wilhelm Baum.

Was jedoch bis Dezember zählt, ist die aktuelle Ernte, die durch den Anbau erstmals so groß wie noch nie zuvor ausfallen dürfte.

Quelle: NGZ
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