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Grevenbroich
Rotes Kreuz klagt über Raumprobleme

Grevenbroich. Der Ortsverein Grevenbroich sucht nach einer neuen Unterkunft und hofft auf die Hilfe der Stadt. Von Carsten Sommerfeld

Bei der Unterbringung der Flüchtlinge in der Alten Feuerwache hatten die Rot-Kreuz-Helfer kräftig mit angepackt, dabei ist der Ortsverein Grevenbroich selbst heimatlos. "Wir haben eine Riesen-Raumnot", erklärt Vorsitzender Berthold Reinartz. Im Herbst musste der Ortsverein aus der alten Schule in Noithausen ausziehen. Neue, für ihn bezahlbare Räume hat er noch nicht gefunden. Reinartz erwartet jetzt Hilfe von der Stadt. "Wir benötigen 3000 Euro im Jahr. Wir leisten Dienst für die Sicherheit der Grevenbroicher. Das sollte der Stadt die Unterstützung wert sein."

Bis 2015 hatten die Rot-Kreuzler Räume in der alten Schule in Noithausen genutzt. Doch das Gebäude soll laut Sanierungsplan der Stadt verkauft werden. Die Verwaltung kündigte den Mietvertrag, das Rote Kreuz lebt nun mit Provisorien. "Wir können Räume des Kreisverbandes am Flutgraben nutzen, aber die stehen nicht immer zur Verfügung", so Reinartz. Eine Folge des Auszugs: Verbandsmaterial, das die Sanitäter benötigen, wird nun in einer Halle in Jüchen gelagert, in der auch Fahrzeuge abgestellt sind. "Das Gebäude ist unbeheizt, die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Wenn das Material da lange steht, vergammelt es", so Bereitschaftsleiter Andreas Müller. Außerdem müssen, wie Reinartz erklärt, die Helfer erst nach Jüchen, um das Benötigte zu holen. Zudem sei die Zahl der Treffen der rund 30-köpfigen Bereitschaft - etwa zur Fortbildung - wegen der Raumnot schon reduziert worden.

"Die Motivation sinkt. Ich befürchte, dass bald die ersten Helfer nicht mehr bereit sind, bei Veranstaltungen Sanitätsdienst zu leisten - und dass wir künftig die Betreuung bei einigen Veranstaltungen nicht mehr übernehmen können", so Reinartz. 2015 leisteten die Rot-Kreuzler bei 69 Veranstaltungen einen Sanitätsdienst - etwa bei Schützen- und Cityfesten.

Der Auszug in Noithausen hat Auswirkungen auch für das Jugend-Rotkreuz mit 100 Kindern. "Wir nutzen Räume am Flutgraben und in der Schule in Neuenhausen, eine Gruppe kann aber zurzeit nicht betreut werden", sagt Berthold Reinartz. Der Vorsitzende hat sich bereits an die Stadt gewandt, hofft auf Unterstützung. "Wir benötigten etwa 120 Quadratmeter. Die Miete für eine solche Immobilie würde rund 550 Euro kosten. 300 Euro im Monat könnten wir noch selbst tragen. 3000 Euro im Jahr fehlen aber, das können wir nicht leisten". Rund 10.000 Euro jährlich stehen dem Ortsverein aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden zur Verfügung - "doch davon finanzieren wir unter anderem Fahrzeuge und Material", schildert Berthold Reinartz.

Auch im Stadtrat waren die Platzprobleme Thema. Die Verwaltung arbeite daran, "ich bin zuversichtlich, dass wir dem Roten Kreuz helfen können", sagte Bürgermeister Klaus Krützen auf Anfrage von FDP-Ratsherr Markus Schumacher.

Quelle: NGZ
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