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Grevenbroich
Rückflug aus dem Urlaub wird zum Horror-Trip

Grevenbroich: Rückflug aus dem Urlaub wird zum Horror-Trip
Der Urlaub von Daniel Kober endete mit Schrecken. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Wegen einer Flugzeugpanne wurde der Heimflug für Daniel Kober zu Horrortrip. Eine Entschuldigung hat er bislang nicht erhalten. Von Carsten Sommerfeld

Mit Urlaubsfotos und einigen Geschenken ist Daniel Kober aus Grevenbroich aus der Türkei zurückgekehrt - und mit schrecklichen Erinnerungen an den Heimflug. "Ich habe immer noch schlaflose Nächte", sagt der 28-Jährige. "Die Erholung ist futsch."

Eine Woche lang war der Grevenbroicher mit einem Freund in die Türkei geflogen, "der Urlaub war Klasse". Mit der Fluggesellschaft Onur Air sollte es dann von Antalya Richtung Paderborn-Lippstadt zurückgehen, "eingesetzt wurde aber ein Airbus mit der Aufschrift der Gesellschaft Atlas Global".

Der Flug verlief laut Kober alles andere als normal. "Bereits unmittelbar nach dem Start hörten wir seltsame Geräusche. Kurze Zeit später meldete der Pilot, dass es ein kleines technisches Problem gebe und die Maschine nach Antalya zurückkehren werde", berichtet Daniel Kober. "Zwei Stunden sind wir über dem Mittelmeer gekreist, wir müssten Kerosin verbrennen, hieß es." Detaillierte Infos habe es nicht gegeben. "Die Geräusche wurden lauter. Fluggäste auf der anderen Seite berichteten von Rauch aus dem Triebwerk", sagt Kober.

"Wir haben bei dem Flug Todesangst ausgestanden, Stewardessen wurden hektisch, dann wurde es totenstill. Bei manchen Fluggästen flossen Tränen. Ich hatte Angst mich zu bewegen und dachte, was zwischen Absturz und Tod passiert", schildert Kober. "Stewardessen beteten, als wir landeten."

Auch Olga Knopf aus Kierspenich bei Bad-Münstereifel saß im Flugzeug, erlebte den Schrecken mit. "Ich dachte: ,Ich habe meiner kleinen Tochter nicht das Leben geschenkt, damit es ihr jetzt wieder genommen wird", sagt die Mutter des sieben Monate alten Babys. Am Boden habe die Feuerwehr sofort das Triebwerk mit Wasser besprüht.

Etwa zweieinhalb Stunden nach dem Start saßen Daniel Kober und die anderen wieder am Flughafen Antalya, die Stunden verrannen. "Wir haben fast keine Information erhalten, zum Teil hat man sich überuns lustig gemacht", berichtet Olga Knopf. "Man hat uns stehen gelassen und gesagt: Von Onur Air ist keiner da", berichtet Kober. "Als uns Essen angekündigt wurde, handelte es sich um eine achtel Pizza, kalt, und Cola", schildert der Grevenbroicher. Als es dann - so Olga Knopf weiter - hieß, dass die Maschine für den Heimflug repariert werde, "haben viele erklärt, dass sie in dieses Flugzeug auf keinen Fall wieder einsteigen werden".

Das brauchten sie auch nicht. Die Passagiere verbrachten eine Nacht im Hotel und starteten am nächsten Tag mit einem anderen Jet zum Heimflug. Obwohl der Flug gut verlaufen sei, "habe ich befürchtet, dass sich die Probleme wiederholen", sagt der Grevenbroicher. 30 Stunden später als geplant konnte Kober dann auf dem Flughafen Paderborn-Lippstadt aussteigen. "Zum Glück hatte ich noch Urlaub."

Mehrere Fluggäste wollen es nach der Rückkehr nicht beim Erlebten bewenden lassen, eine WhatsApp-Gruppe zum Austausch wurde gegründet. "Rechtsanwälte haben erklärt, dass eine Entschädigung schwer zu erreichen sei, weil Onur Air den Sitz in der Türkei habe", sagt Daniel Kober. Was ihn besonders ärgert: "Ich möchte nach den Schrecken zumindets eine Entschuldigung - aber bislang habe ich keine erhalten", sagt er.

Auf Anfrage unserer Redaktion bei Onur Air und Atlas Global war gestern keine Stellungnahme zu erhalten, wohl aber bei der L'TUR Tourismus AG, bei der Kober gebucht hatte. Das Unternehmen bedauere, dass es auf dem Rückflug zu "Unannehmlichkeiten" gekommen sei. "Über die genauen Hintergründe wurden wir von der Fluggesellschaft leider bisher noch nicht informiert." Das Unternehmen wolle sich mit Daniel Kober "so schnell wie möglich" in Verbindung setzen, um den Sachverhalt zu klären und mögliche weitere Schritte in die Wege zu leiten."

Quelle: NGZ
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