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Grevenbroich
RWE-Mitarbeiter demonstrieren in Berlin

Grevenbroich. Bei der Groß-Demonstration in Berlin gegen die Braunkohle-Pläne von Bundesminister Gabriel sind aus Grevenbroich und Umgebung knapp 2000 Bürger auf die Straße gegangen. Insgesamt waren es mehr als 15 000 Demonstranten.

Um kurz nach Mitternacht schreibt Manfred Holz die letzte SMS für diesen Tag. Der RWE-Betriebsratsvorsitzende der Kraftwerke Neurath/Frimmersdorf erkundigt sich, ob alle Busse wohlbehalten in der Heimat angekommen sind. "Es waren aber noch ein paar auf dem Weg zurück von der Groß-Demo in Berlin. Wir haben dort ein eindrucksvolles Zeichen für die Braunkohle gesetzt und gezeigt, dass wir uns gegen die Pläne von Sigmar Gabriel wehren", sagt Manfred Holz. Mehr als 15 000 Demonstranten haben an der von den Gewerkschaften Verdi und IGBCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Elektro) organisierten Kundgebung für den Erhalt der Braunkohlekraftwerke in Deutschland teilgenommen.

Nahezu zeitgleich gab es jedoch auch am Tagebau Garzweiler eine Protestaktion. Dort forderten Umweltaktivisten mit einer Menschenkette den Ausstieg aus der Kohleverstromung und die Einführung der in den Gabriel-Plänen vorgesehen Klima-Abgabe für ältere Kraftwerke. Die Veranstalter am Tagebau Garzweiler sprachen von 6000 Teilnehmern.

Manfred Holz macht darauf aufmerksam, dass eine solche Klima-Abgabe Tausende Jobs, die an der Braunkohle hängen, gefährde. Er sei zufrieden, dass vor dem Bundeskanzleramt geschlossen Flagge gegen die Gabriel-Pläne gezeigt wurde. "Von den rund 8000 RWE-Mitarbeitern, die an der Demonstration vor dem Kanzleramt teilgenommen haben, waren alleine rund 2000 aus Grevenbroich und Umgebung angereist", betont Holz. Er gibt sich kämpferisch. Man scheue auch weitere Demonstrationen nicht, zum Beispiel vor dem Landtag in Düsseldorf. Von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erwartet er ein deutlicheres Bekenntnis für das Rheinische Revier. Ein solches gaben viele Grevenbroicher in Berlin ab. Viele reisten in von den Betriebsräten organisierten Bussen an. Um 4.30 Uhr stiegen RWE-Mitarbeiter und Bürger, die ihre Solidarität bekundeten, vor den Werktoren der Kraftwerke Frimmersdorf und Neurath sowie dem Tagebau Garzweiler zu. Von dort ging es auf die sieben Stunden lange Fahrt in die Hauptstadt. Dort sammelten sich die Demonstranten vor dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Neben den Mitarbeitern aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier waren auch Kollegen aus dem Lausitzer Revier, aus Tschechien und weiteren Regionen gekommen. Mittendrin: Bürgermeisterin Ursula Kwasny. "Ich bin mit Freunden angereist. Es ist beeindruckend, wie viele Menschen gekommen sind", sagte sie. Im Gepäck hatte sie die beschlossene Resolution des Grevenbroicher Stadtrats. Diese wollte sie eigentlich Bundeswirtschaftminister Sigmar Gabriel persönlich überreichen. Doch dazu gab es keine Gelegenheit. Auch SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Thiel war vor Ort.

Ebenfalls mit in Berlin waren zahlreiche Schützen aus der Region - zum Beispiel Willi Wirtz, Präsident des Bürgerschützenvereins Neurath. "Die Schützenvereine haben eine Einladung von Kraftwerksdirektor Eberhard Uhlig erhalten. Für mich war klar, dass ich mitfahre. Das Aus für die Braunkohle würde für Grevenbroich eine Katastrophe bedeuten", sagt Wirtz.

Quelle: NGZ
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