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Grevenbroich
Sängerin Ulla Meinecke entdeckt in Wevelinghoven ihren Hit-Synthesizer

Grevenbroich. Seit Wochen ausverkauft, präsentierte das Kulturamt eine weitere "Heldin der 80er" am Sonntagabend in der Villa Erckens und reicherte das diesjährige Staraufgebot mit einem großen Namen an. Die Wahl-Berlinerin Ulla Meinecke, einst von Udo Lindenberg überredet, ihr Talent zum Beruf zu machen, begeisterte nicht nur mit ihrem ureigenen dunklen Timbre, sondern auch mit neuen Versionen vieler Songs aus ihrer mittlerweile 40-jährigen Karriere als Wegbereiterin des Genres "Deutschsprachige Popmusik".

Mit Platten wie "Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig" machte sich die im Taunus geborene Künstlerin einst schnell einen Namen und wusste sich auch gereift ihrem Publikum gegenüber souverän in Szene zu setzen. Ihre beiden Mitstreiter und Multiinstrumentalisten Ingo York und Reinmar Henschke steuerten weit mehr als untermalende Klänge bei. Virtuose Soli, groovende Rhythmen und ausgefeilte Arrangements kleideten die tiefsinnigen Texte in ein nahezu orchestrales Gewand.

Ein großes "Hallo" gab es am Nachmittag, als der Keyboard-Sammler Volker Hein aus Wevelinghoven einen Besuch von der Künstlerin bekam. Hein hatte den Original-Synthesizer, mit dem einst Meineckes Hit "Die Tänzerin" 1983 von Edo Zanki eingespielt wurde, einen Yamaha GS-1, in seinem Fundus. "Solch ein schweres Teil könnten wir auf Tour nicht mehr mitnehmen", kommentierte die Chanteuse die Begegnung: "Aber ich bin froh, es nach Jahrzehnten noch einmal berührt und gehört zu haben. Der Aufnahme von damals habe ich unendlich viel zu verdanken."

Vertonte Kritik gegenüber Anti-Age-Produkten und Social-Media-Entwicklungen blieb die Liedermacherin nicht schuldig und ihrer "heiligen Dreifaltigkeit: Schlaf, Musik und Liebe" widmete sie einen sinnlichen Song. Wunderschön klang ein irisches Volkslied und euphorisierend ihre Coverversion des Marc-Cohn-Klassikers "Walking in Memphis". In "Wenn wir Glück haben" träumte sie eine Vision von einer perfekten Beziehung und verlor sich gleich danach in "Wir tanzten ein Schritt vor und zwei zurück" im melancholischen Liebeslabyrinth.

Zeit blieb auch für eine Besichtigung der Ausstellung über die "Niederrheinischen Seele". "Hanns-Dieter Hüsch war ein guter Freund von mir und ich habe seine verschrobenen, mäandernden Texte geliebt.", erinnerte sich die Interpretin an den 2005 verstorbenen literarischen Kabarettisten.

Quelle: NGZ
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