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Grevenbroich
Sauberkeits-Offensive für die Apfelwiese

Grevenbroich: Sauberkeits-Offensive für die Apfelwiese
Sommerliche Idylle auf der Apfelwiese für Tom Secker, Veronika Schindler und Bruder Marcel sowie Saskia Föll (v.l.). Der BUND als Pate der beliebten Wiese will sich jetzt für mehr Sauberkeit einsetzen. FOTO: L. berns
Grevenbroich. Ehrenamtler im neuen "Arbeitskreis Apfelwiese" wollen größere Müllgefäße testen. Sie wollen auch die Kosten für die Leerung übernehmen. Bei der Stadtverwaltung herrscht Skepsis, denn sie fürchtet Probleme mit Hausmüll. Von Daniela Buschkamp

Eigentlich ist die Apfelwiese im Grevenbroicher Stadtpark ein idyllischer Ort - wäre der Müll nicht. Immer wieder landen Abfälle zwischen den Bäumen mit den rund 120 seltenen Apfel-, Birnen- oder Pflaumensorten. Für Rolf Behrens (56), Sprecher der Grevenbroicher Ortsgruppe im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), ist es Zeit, etwas gegen die Vermüllung zu unternehmen. Der Umweltschützer gehört zum neuen "Arbeitskreis Apfelwiese". "Wir würden gern noch in diesem Jahr erreichen, dass die Apfelwiese sauberer wird", sagt Behrens. In den nächsten Wochen will der Arbeitskreis einige Vorschläge ausarbeiten sowie für Fachausschuss und Stadtrat zur Abstimmung vorbereiten. Erste Gespräche mit der Grevenbroicher Verwaltung haben bereits stattgefunden.

Die Naturschützer kümmern sich um die rund einen Hektar große Wiese. "Die meisten Bäume wurden zur Landesgarenschau gepflanzt. Wir arbeiten jetzt daran, den Bestand kontinuierlich zu verjüngen", beschreibt Rolf Behrens. So ist die Wiese inzwischen zum inoffiziellen Bürgerwäldchen gewachsen. Zu Ereignissen wie Hochzeit, Taufe, Schulabschluss oder Firmenjubiläum folgen immer mehr Grevenbroicher dem Motto "So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen". Vier neue Bäume sollen im kommenden November gesetzt werden. "Platz haben wir noch für etwa 50 Bäume", meint der Ortsgruppen-Sprecher.

Zurzeit feilt der "Arbeitskreis Apfelwiese" an einem Abfallkonzept: "Wir wollen ein grünes, sauberes Band vom Stadtpark über den Finlay-Park bis hin zum Schneckenhaus erreichen", sagt Behrens. Dazu könnten größere Müllbehälter aufgestellt werden. "Die Mülleimer jetzt sind zu klein, da passt ja nicht mal ein Pizzakarton rein." Eine ähnliches Anliegen hatte die "Stellwerk-Initiative" mit ihrer Müllfresser-Aktion umgesetzt.

Rolf Behrens schätzt, dass zwischen sechs und zehn größere Müllgefäße notwendig sind. "Wir wollen das noch in diesem Jahr ausprobieren", kündigt der Naturschützer an. Die Kosten für die Leerung in der Testphase wollen sich "Bund", Stellwerker und Verkehrsverein teilen: "Wir sind sicher, dass das billiger ist als eine Müllsammlung von Hand."

Bei der Stadtverwaltung herrscht indes Skepsis vor. "Wir haben im hinteren Bereich des Parks, etwa an der Furt, bereits größere Mülleimer aufgestellt", so Rathaus-Sprecher Andreas Sterken. Ein Ergebnis: "In den größeren Tonnen wurde deutlich mehr Hausmüll entsorgt." Dieses Problem sei nicht zu lösen. Auch eine tägliche Entleerung könne sich die Stadt nicht leisten. Doch der "Arbeitskreis Apfelwiese" hat auch für die Finanzierung einen Vorschlag: "Ähnlich wie bei den Hundebeutel-Boxen könnten auch die Mülltonnen mit großflächiger Werbung versehen würden", meint Rolf Behrens. Dadurch könnte die Stadt Geld sparen.

Um die wertvollen Obstbäume auch vor Nutria-Bissen zu schützen, sollen sie mit Kokosmatten und Draht ummantelt werden. "Wenn das bei den beschädigten Bäumen klappt, werden wir das auf alle Bäume ausdehnen", kündigt Rathaussprecher Sterken an.

Quelle: NGZ
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