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Heimat genießen - im Rhein-Kreis Neuss
Sauerkraut & Sushi: das Essen "von hier"

Heimat genießen - im Rhein-Kreis Neuss: Sauerkraut & Sushi: das Essen "von hier"
Leuchtenberg-Geschäftsführer Joachim Küppers mit einer ordentlichen Portion Sauerkraut. FOTO: "Tinter, Anja (ati)"
Grevenbroich. Von der Kraut-Fabrik über Sushi-Fertigkost bis hin zu Kartoffelchips: Der Rhein-Kreis ist ein wichtiger Standort für die Lebensmittelindustrie. Dabei könnten die einzelnen Produkte unterschiedlicher kaum sein. Wir geben einen Überblick. Von Christian Kandzorra

Am besten schmeckt's doch immer noch zuhause. Gerade dann, wenn die Zutaten fürs Mittagessen aus der eigenen Heimat kommen. So wie zum Beispiel das Sauerkraut, das die Firma Leuchtenberg schon seit mehr als 150 Jahren in Neuss produziert. Und zwar vom frisch geernteten Weißkohl bis hin zum fertig gewürzten "Kappes" in der Verpackung.

Da darf's auch schon mal ein bisschen mehr sein. Der Lebensmittel-Standort Rhein-Kreis ist aber nicht nur für Sauerkraut bekannt. Wer gerne Ausgefallenes probiert und ein Fan neuer Kreationen ist, der könnte sich glatt ein ganzes Heimatmenü zusammenstellen. Zum Beispiel Sauerkraut mit Sushi. Oder Schnitzel mit Neusser Panade und mittelscharfem Senf. Oder doch etwas zum Knabbern wie Kartoffelchips nach ungarischer Art. Oder, oder, oder. Mehr als 15 bekannte Lebensmittelproduzenten stellen ihre Produkte im Rhein-Kreis Neuss her.

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Zu den ältesten Produzenten zählt die Sauerkrautfabrik Leuchtenberg, die in den vergangenen Jahrzehnten die regionale Küche mit ihren Produkten geprägt hat. "Der Klassiker unter den Gerichten ist natürlich Sauerkraut mit Kasseler und Kartoffelpüree. Damit bin ich aufgewachsen. Noch heute esse ich es gerne", erzählt Geschäftsführer Joachim Küppers. Rund 3500 Tonnen Sauerkraut verarbeitet die Firma jedes Jahr. Und darüber hinaus auch Rotkohl und rheinische Schneidebohnen. "In der Produktion setzen wir auf regionale Produkte. Das Speiseöl, das wir verwenden, stammt etwa aus der Ölmühle ,Thywissen'", sagt Küppers.

Was wäre Neuss ohne seine Ölmühlen? "Thywissen", "Walter Rau", "Sels" - das sind die Öl-Riesen, die ihre Produkte direkt am Neusser Hafen herstellen. Teilweise werden sie gleich nebenan weiterverarbeitet. Zum Beispiel beim Nestlé-Unternehmen "Thomy", das Öle unter anderem für seine Mayonnaisen verwendet. Was viele nicht wissen: Neuss ist deutschlandweit der einzige Standort des Unternehmens, an dem Senf hergestellt wird. "Und der passt bekanntlich gut zum Kasseler", sagt stellvertretender Werkleiter Andreas Gabel, der die mittelscharfe Version empfiehlt.

Außerdem passt Senf natürlich gut zu Schnitzeln, die - sofern paniert - mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Neusser "Mantel" aus "Diamant"-Mehl und "Brada"-Paniermehl umhüllt sind. Wer keine Lust auf Fleisch hat, der kommt im Rhein-Kreis aber auch auf seine Kosten. "Natsu" heißt die Firma, die derzeit noch zwischen Uedesheim und Norf Fertiggerichte wie Sushi oder Sandwiches herstellt, bald aber in den Neusser Hafen ziehen will.

Deutschlandweit beliefert das Unternehmen rund 3000 Supermärkte. "Wir möchten bis Ende des Jahres mit unserer Produktion und Logistik in den Hafen ziehen. Von dort aus möchten wir noch mehr Kunden beliefern", erzählt Tim Hörnemann, der "Natsu" 2004 gemeinsam mit seinem Bruder Tom Hörnemann gegründet hat.

Ihr Sushi ist der Exot unter den Lebensmitteln aus dem Rhein-Kreis, der nicht so ganz zu den anderen Lebensmitteln wie Sauerkraut, Senf und Co. passt. Wobei: Probiert haben dürften das die Wenigsten. Ganz im Gegensatz zu Snacks wie Kartoffelchips, die - einmal angebrochen - sofort leer geknabbert werden. Ob ungarische "Funny frisch"-Chips, Goldfische oder "Pombären": Sämtliche Sorten werden auch im Rhein-Kreis produziert, genauer gesagt in Wevelinghoven bei der Firma "Intersnack". Verführerisch sind deren Produkte - ähnlich wie das Kaubonbon "Maoam", das der Süßwaren-Gigant Haribo mitten in Neuss herstellen lässt. Wer bei so viel Genuss zwischendurch neue Energie tanken möchte und auf ein Traubenzucker-Plättchen à la "Dextro-Energy" zurückgreift, der isst schon wieder ein Heimat-Produkt - und zwar eins aus Meerbusch-Osterath.

Quelle: NGZ
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