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Grevenbroich
Schau mit Skulpturen und Malerei

Grevenbroich: Schau mit Skulpturen und Malerei
Martin Heinrich Hensel und Angela Harmeier bereiten in der Versandhalle ihre Ausstellung vor, die am 11. Oktober eröffnet wird. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Die Ausstellung, die am Sonntag, 11. Oktober, um 12 Uhr in der Versandhalle eröffnet wird, trägt den Titel "...auf den zweiten Blick". Die Exponate sind problemlos den beiden Künstlern zuzuordnen: Die Holzskulpturen sind von Martin Heinrich Hensel, Angela Harmeier zeigt Malerei. Von Rudolf Barnholt

Eigentlich ist bereits auf den ersten Blick schon sehr viel zu erkennen. Das trifft sowohl auf die Werke von Martin Heinrich Hensel, als auch auf die von Angela Harmeier zu. Bei der Kleinenbroicherin steht der Mensch klar im Hintergrund - der Mensch, der mit dem Betrachter des Bildes Kontakt aufzunehmen scheint oder mit Menschen, die außer ihm auf den Bildern zu sehen sind.

Das Besondere an dieser Serie der 57-Jährigen: Sie benutzt auf weiß grundierter Leinwand ausschließlich die Farbe Schwarz, wobei sie mehr oder weniger viel Platz für das weiße Nichts lässt. Da ist zum Beispiel ein kleines Boot mit ein paar Menschen an Bord, die angestrengt nach vorne zu schauen scheinen. Das Bild ist entstanden, noch bevor die Bootsflüchtlinge in den Medien omnipräsent waren. Um das Boot herum gibt es nichts als gähnende, weiße Leere - reichlich Raum für Assoziationen des Betrachters. Zwei ältere Herren auf einer Bank kommunizieren auf einem anderen Bild miteinander. Und dann sind da unter anderem noch die drei Porträts von Menschen, die offenbar einen Migrationshintergrund haben. Sie treten in Blickkontakt mit dem Betrachter.

Auf Hintergründe verzichtet Angela Harmeier - nichts soll von den Menschen ablenken. Unter anderem hat sie ein Bild gemalt mit einem kleinen Ruderboot, besetzt mit zwei Menschen. Die Boote von Martin Heinrich Hensel bestehen aus Pappe, Sackleinen, Harz und Wachs. Sein großes Thema sind die großen und kleinen Übergänge im Leben eines Menschen. Der Sozialarbeiter, der als Künstler Autodidakt ist, arbeitet vornehmlich mit Holz. Kein Stamm kann dick genug sein, er schnitzt oder besser sägt gern aus dem Vollen. Der 60-Jährige kreiert abstrakte Arbeiten, in die man aber meistens eine Figürlichkeit hineininterpretieren kann oder einen Seelenzustand: Eine Skulptur erinnert an das berühmte Munch-Bild "Der Schrei", eine andere könnte auf äußerst abstrahierte Weise ein Paar widerspiegeln. Eine Kugel - die Weltkugel? - zeigt bedenkliche Risse. Aus dicken Stämmen schuf der Künstler drei Menschen: Einer hält sich in seiner Verzweiflung die Hände vor die Augen, der anderen kniet, der Dritte scheint langsam wieder so einigermaßen seine Fassung wiederzuerlangen.

Die Ausstellung ist bis zum 1. November immer samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet.

Quelle: NGZ
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