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Grevenbroich
Schleuderübungen auf Segelflug-Piste

Grevenbroich: Schleuderübungen auf Segelflug-Piste
Martin (r.) und Selim Övüc vor einer von vielen Fahrzeugspuren auf der Start- und Landebahn auf der Gustorfer Höhe. Da die Piste vorerst nicht genutzt werden kann, wurde der Flugbetrieb gestern eingestellt. Foto: Dieter Staniek FOTO: Lonien
Grevenbroich. Mehrfach wurden Teile der Startbahn auf der Gustorfer Höhe durch illegale nächtliche Schleuderübungen umgepflügt. Der Aero-Club Grevenbroich-Neuss erstattete Anzeige, in der Nacht zu gestern kam es zu einem Polizeieinsatz. Von Wiljo Piel

Die Segelflugzeuge des Aero-Clubs mussten gestern am Boden bleiben. Starts und Landungen waren nicht mehr möglich, nachdem große Teile des Flugplatzes zum wiederholten Male von Autoreifen zerstört worden waren. Illegale nächtliche Schleuderübungen hinterließen tiefe Furchen auf dem Rasenfeld, die zu einer Gefahr für Mensch und Maschine werden könnten. Die mutmaßlichen Täter sind offenbar gefasst worden: Die Polizei stellte in der Nacht zu Sonntag die Personalien von drei Männern fest, die mit einem Geländewagen auf der Gustorfer Höhe unterwegs waren. "Die Ermittlungen dauern noch an", sagte gestern ein Sprecher der Kreispolizeibehörde.

Schon zwei Mal hatten die Piloten in jüngster Vergangenheit tiefe Fahrzeugspuren auf ihrer 1050 Meter langen Start- und Landebahn entdeckt, sie erstatteten daraufhin Anzeige. Da zu befürchten war, dass die Täter wiederkommen würden, legten sich Mitglieder der Jugendabteilung des Aero-Clubs in der Samstagnacht auf die Lauer. "Mit Erfolg", sagt deren Leiter Martin Lonien (24): "Kurz nach Mitternacht waren sie wieder da und bretterten ohne Licht auf unserer Piste herum." Die jungen Flieger verständigten die Polizei, die wenig später auf der Gustorfer Höhe einen Geländewagen mit drei Insassen stoppte. "Die Personen bestreiten jedoch, auf dem Flugplatz unterwegs gewesen zu sein", berichtete ein Polizeisprecher.

Die Höhe des angerichteten Sachschadens kann Günter Keser, Geschäftsführer des Aero-Clubs, noch nicht beziffern. "Wir werden jetzt einen Sachverständigen einschalten, der sich das Ganze einmal anschauen wird", sagt der 65-Jährige mit Blick auf die vielen Kreise und Streifen, die von den Autoreifen hinterlassen wurden. "Hier müssen etliche Quadratmeter wieder von einem Profi auf Vordermann gebracht werden", so Keser. Stark getroffen hat es den Teil des Flugplatzes, den die Piloten bei Ostwindlagen nutzen. "Er ist nicht mehr befliegbar", berichtet der Geschäftsführer. Was die Furchen so gefährlich macht: "Bei einer Landung könnte das Fahrwerk eines Segelflugzeuges brechen", schildert Martin Lonien. Das bedeute auch Verletzungsgefahr für den Piloten. "Was hier passiert ist, ist eine Gefährdung des Luftverkehrs", sagt der 24-Jährige.

Das Betreten der 1050 Meter langen und 130 Meter breiten Start- und Landebahn ist verboten. "Auch für Hunde", betont Günter Keser: "Denn immer wieder kommt es vor, dass die nach Wühlmäusen graben und tiefe Löcher auf dem Flugplatz hinterlassen, die ebenfalls gefährlich sind." Der Aero-Club weist mit Schildern darauf hin, dass sein Gelände nicht betreten werden darf. Einzäunen will er das Areal indes nicht: "Zum einen ist das zu teuer, zum anderen würde uns ein Zaun einschränken, so dass gleichzeitige Starts und Landungen nicht mehr möglich sind", sagt Keser.

Quelle: NGZ
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