| 00.00 Uhr

Grevenbroich
Schlossbad-Bau doch am Hagelkreuz?

Grevenbroich: Schlossbad-Bau doch am Hagelkreuz?
Das Gelände am Hagelkreuz wurde in der Vergangenheit schon mehrfach als Alternativ-Standort für das Schlossbad in Betracht gezogen. Auch GWG Kommunal hätte den Bau auf diesem Areal gerne realisiert. FOTO: MREU
Grevenbroich. Die archäologischen Arbeiten auf dem Schlossbad-Gelände werden sich voraussichtlich bis ins nächste Jahr ziehen. Das treibt die Kosten in die Höhe. FDP, UWG und ABG fordern die Stadt auf, über alternative Standorte nachzudenken. Von Andreas Buchbauer und Wiljo Piel

Die Ratsfraktionen von FDP, UWG und ABG fordern die Verwaltung auf, Handlungsalternativen für den Schlossbad-Bau zu entwickeln. Ein entsprechender Antrag für die nächste Ratssitzung wurde gestern eingereicht. Zuvor waren im nicht-öffentlichen Teil der Sondersitzung des Stadtrates am Donnerstagabend die schon zum jetzigen Zeitpunkt erwarteten Mehrkosten für das Gebäude, dessen Bauarbeiten wegen der archäologischen Funde derzeit ruhen, genannt worden. Nach Informationen unserer Redaktion liegen sie bereits bei mehr als zwei Millionen Euro. Doch das ist wohl nur ein Zwischenstand. Denn die Archäologen werden wohl deutlich länger als erwartet bleiben. Willi Peitz, Geschäftsführer des Bad-Investors GWG Kommunal, hatte vor der Ratssitzung von mindestens drei Monaten gesprochen. Inzwischen ist von sechs Monaten die Rede. "Wir gehen davon aus, dass sich die Ausgrabungen bis weit ins nächste Jahr hinziehen werden", sagte ein Ratsmitglied, das nicht genannt werden wollte, nach der Sitzung.

Das wirft die gesamte Kosten- und Zeitplanung über den Haufen. Über Summen reden die Politiker zwar nicht. "Aber es ist erschreckend, dass sich die Verwaltung bislang keine Gedanken über Alternativen zum Schlossbad-Bau an der geplanten Stelle gemacht hat", meint FDP-Fraktionschef Markus Schumacher. Dies soll nun auf Antrag des Dreier-Bündnisses geschehen. "Angesichts all der Schwierigkeiten muss doch geprüft werden, ob das Schlossbad am Ende an einer anderen Stelle im Stadtgebiet günstiger zu realisieren ist", meint Schumacher. Bürgermeisterin Ursula Kwasny hatte zuvor erklärt, die Verwaltung habe vom Rat den Auftrag erhalten, den Schlossbad-Bau an der geplanten Stelle umzusetzen. Daher seien Überlegungen zu Alternativen auch kein Thema im Rathaus. "Angesichts der Umstände und zu erwartenden Mehrkosten ein Unding", schimpft Schumacher. "Die Verwaltung kann die Kostenfrage doch nicht einfach ausblenden. Die Rechnung zahlen am Ende schließlich die Bürger."

Im öffentlichen Teil der Ratssitzung hatte Grabungsleiter Horst Husmann einen Überblick über die seit Monaten laufenden archäologischen Arbeiten gegeben. Mittlerweile seien mehr als 650 Funde gemacht worden, dabei handele sich zum Teil um von Menschen bearbeitete Pfähle. Es seien zwar "kanalartige Strukturen" zu erkennen, doch eine Deutung der Funde könne noch nicht vorgenommen werden, sagte Husmann. Interessant: Neben Keramik aus dem 13. und 14. Jahrhundert werden bei den Grabungen zurzeit häufig Scherben aus der Römerzeit entdeckt, die vermutlich angeschwemmt wurden.

"Die Funde wurden nur 100 Meter westlich des Alten Schlosses gemacht. Hätte man damit nicht im Vorfeld rechnen müssen?", meinte Peter Cremerius (FDP). Er fragte, ob es vor dem Baustart zum neuen Bad ein Gutachten oder eine Vorwarnung der Denkmalbehörde gegeben habe. Der Erklärung von Dezernent Claus Ropertz, dass die Fundstellen außerhalb der Baudenkmalzone liegen würden, konnte Peter Cremerius allerdings kaum befriedigen.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Grevenbroich: Schlossbad-Bau doch am Hagelkreuz?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.