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Grevenbroich
Schon wieder totes Reh im Neurather Graben

Grevenbroich: Schon wieder totes Reh im Neurather Graben
Das tote Reh wurde gestern aus dem Graben geborgen. FOTO: Staniek
Grevenbroich. Umweltausschuss will Tier-Todesfalle an der Frimmersdorfer Höhe nicht entschärfen: Zu teuer. Von Wiljo Piel

Schon wieder ist ein Reh in den Neurather Graben gestürzt und im Wasser verendet. Und es wird wohl nicht das letzte gewesen sein. Denn dass die Todesfalle am Fuß der Frimmersdorfer Höhe entschärft wird, ist nicht zu erwarten. Erst in der vergangenen Woche hat sich der Umweltausschuss nach einem Ortstermin dafür entschieden, dort alles so zu belassen wie es ist. UWG/ABG und Grüne protestierten gegen diesen Beschluss - allerdings vergeblich.

Gestern Morgen musste erneut ein Reh aus dem Graben gezogen werden. "Das Tier wurde am Rechen angeschwemmt", schildert Joachim Knabben. Der Jagdpächter hatte in der Vergangenheit mehrfach deutlich gemacht, dass das Flüsschen entlang der Halde eine tödliche Falle ist - "nicht nur für Rehe, sondern auch für andere Kleintiere wie Hasen oder Kaninchen". Die beste Lösung sei, so Knabben, den mit RWE-Wasser gespeisten Kanal komplett in einem Rohr verschwinden zu lassen. "Dann würde dort auch nichts mehr passieren", meint der Jäger.

Nachdem mehrere Rehe gegen den vor einigen Jahren entlang des Grabens aufgestellten Zaun prallten, rücklings in den Graben stürzten und im Wasser verendeten, hatten hatten Willibert Müller (UWG/ABG) und Dieter Dorok (Grüne) die Stadtverwaltung aufgefordert, nach einer Lösung zu suchen. Ihr Vorschlag: Der Zaun sollte entfernt, das Gewässer breiter und die Böschung flacher gestaltet werden.

Doch im Rathaus werden solche und andere Alternativen abgelehnt, wegen der hohen Kosten, die damit verbunden seien. "Wir sind mit unseren Anträgen voll gegen die Wand gelaufen", bedauert Willibert Müller: "Die Stadt nimmt dort weiterhin tote Rehe in Kauf." Und auch Dieter Dorok ist enttäuscht: "Das Problem besteht nach wie vor - leider."

Jagdpächter Knabben kritisiert ebenfalls den Beschluss des Umweltausschusses: "Man kann doch nicht einfach die Augen davor verschließen, dass Tiere in dem Graben sterben", sagt er. Der Zaun sei in "einer Kurzschlussreaktion" aufgestellt worden - "ohne sich Gedanken über die Folgen zu machen".

Quelle: NGZ
 
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