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Grevenbroich
Schützen-Initiative will Kirmesplatz erhalten

Grevenbroich: Schützen-Initiative will Kirmesplatz erhalten
Der Kirmesplatz an der Graf-Kessel-Straße könnte in den nächsten Jahren zum Hagelkreuz verlegt werden. Dagegen wehrt sich eine Schützen-Initiative. FOTO: LBER
Grevenbroich. Schützen wehren sich gegen die Verlagerung des Kirmesplatzes. Eine Initiative sammelt nun Stimmen für den Erhalt an gewohnter Stelle. Von Wiljo Piel

Die Kirmes soll bleiben, wo sie ist - an ihrem "altehrwürdigen Platz" an der Graf-Kessel-Straße. Das ist die Kernaussage einer Initiative, die sich gegen die Verlagerung des Schützenplatzes zum Hagelkreuz wendet. Vertreter von zehn Zügen haben sich zu einer Versammlung getroffen und klar gemacht, dass sie mit diesem von CDU und SPD beantragten Vorhaben nicht einverstanden sind. Das machen sie auch auf einer Facebook-Seite und Aufklebern deutlich, auf denen der Slogan "Schützenplatz-Umzug? Nein danke!" zu lesen ist.

Initiator der Aktion ist Achim Mikulla vom Jägerzug "Erftboschte". Der 49-Jährige hat alle Ratsfraktionen angeschrieben und sie nach ihrer Haltung zur geplanten Schützenplatz-Verlagerung befragt. Ergebnis: Kein Politiker sprach sich deutlich für den Erhalt der Festwiese am alten Platz aus, einige waren sogar der Meinung, dass die Umsiedlung von den Schützen selbst gewollt sei. "Das hat mich stutzig gemacht", sagt Achim Mikulla.

Nach einer eigenen - nicht repräsentativen Umfrage - geht er davon aus, dass es genau umgekehrt ist: "Der größte Teil der BSV-Mitglieder will auf dem angestammten Platz bleiben", ist der 49-Jährige überzeugt. Nach der ersten Versammlung in der Vorwoche will er das Thema nun in weitere Schützenzüge bringen - und sie motivieren, die nächste Jahreshauptversammlung zu besuchen. Dort soll es zu einer Abstimmung kommen. "Wenn die große Mehrheit des Bürgerschützenvereins ihre Meinung artikuliert, ist das ein deutliches Zeichen nach außen", sagt Mikulla. Damit meint er Politik und Verwaltung.

Für den Verbleib an der Graf-Kessel-Straße spreche nicht nur die Tradition, meint der Schütze. Eine Verlagerung würde auch einen Verlust an Besuchern bedeuten, befürchtet Mikulla: "Ich glaube nicht, dass sich viele Leute nach der Sonntagsparade auf den 1,5 Kilometer langen Weg zwischen Breite Straße und Hagelkreuz machen werden." Was ebenfalls für den Erhalt des Kirmesplatzes spreche: "Als kostenloser Parkplatz ist er auch für die Einzelhändler von großer Bedeutung", sagt Mikulla.

Unterstützt wird die Initiative vom früheren Stadtdirektor Heiner Küpper. Kirmes- und Turnierplatz sollen ihre zentrale Funktion innerhalb des städtischen Grüngürtels behalten, sagt der ehemalige Verwaltungschef, der zu den "Architekten" der Landesgartenschau 1995 zählte. Und: "Wer Leben in der Stadt haben will, muss dafür Anlässe schaffen", sagt Küpper: "Wer dieses Leben aber an den Rand einer Stadt verlagert, muss sich später nicht darüber wundern, wenn die City verödet." Was aus Sicht des Schützen Küpper (Jägerzug "Die Drüje") gegen eine Umsiedlung zum Hagelkreuz spricht: "Zu unseren Umzügen kommt der größte Teil der Besucher aus Elsen, Orken und Noithausen. Diese Leute werden sich nicht in den Bus setzen, um anschließend den Kirmesplatz zu besuchen."

Inhalt des Antrags von CDU und SPD: Nach dem Abriss von Grundschule und Kita soll das Gelände am Flutgraben neu geplant werden, inklusive des alten Bauhofs, des Kirmes- und Turnierplatzes. Dort - so die Überlegung - könnten zentrumsnahe Wohnungen entstehen.

Quelle: NGZ
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