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Nach Massenschlägerei in Grevenbroich
Schützen verurteilen Gewalt auf ihrem Fest

Massenschlägerei bei Schützenfest in Grevenbroich
Massenschlägerei bei Schützenfest in Grevenbroich FOTO: Daniel Bothe
Grevenbroich. Die Neuenhausener Bruderschaft bezieht Stellung zur Massenschlägerei auf dem Kirmesplatz. Anfang August hatten sich rund 60 Personen geprügelt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. 

In einem Brief an die Zugführer hat der Vorstand der St. Sebastianus-Bruderschaft jetzt Stellung zu der Massenschlägerei beim Neuenhausener Schützenfest bezogen. Der Führungsstab um Brudermeister Stefan Janz und Regimentschef Frank Tollhausen macht darin deutlich, dass er die Auseinandersetzungen verabscheut - und er kündigt Konsequenzen an.

In der Nacht zum 9. August war es zu einer Massenschlägerei mit mehreren Verletzten gekommen. Etwa 50 bis 60 Personen sollen sich außerhalb des Festzeltes geprügelt haben - Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr waren im Einsatz. Die Kreispolizei hat mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung vorliegen. Die Ermittlungen sind laut Sprecher Hans-Willi Arnold noch nicht abgeschlossen. So stehe etwa noch nicht fest, wer die Schlägerei angezettelt hatte: "Ich bin aber zuversichtlich, dass wir hier Licht ins Dunkel bringen werden", so Arnold gestern.

In seinem Brief macht der Schützenvorstand deutlich, dass er die Vorfälle gemeinsam mit den Ordnungsbehörden und der Polizei aufarbeiten werde. "Auch Beobachter der Vorkommnisse werden hierzu ihre Sichtweise vermitteln können", heißt es in dem Schreiben.

Brudermeister Janz und der Vorstand machen zudem deutlich, dass "diejenigen, die durch Pöbeleien und gewalttätiges Verhalten" auffallen würden, nichts in ihrer Gemeinschaft verloren hätten. Eine Beteiligung eigener Schützen werde zudem aufs Schärfste verurteilt, polizeilich dokumentierte Provokationen oder Aktionen würden "unvermittelt als vereinsschädigend" eingestuft. Als Konsequenz behielte sich der Vorstand drastische Maßnahmen vor. "Dies bedeutet im Klartext: Bei ungebührlichem Verhalten von Mitgliedern unserer Schützenbruderschaft wird augenblicklich ein Ausschlussverfahren eingeleitet", heißt es in dem Brief.

Eine solche Maßnahme sei als "Schutz unserer Gemeinschaft" zu verstehen und sie wäre ein einmaliger Vorgang, den es bisher in der 347-jährigen Geschichte der Bruderschaft noch nicht gegeben habe.

(wilp)
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