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Grevenbroich
Kirmesplatz: Umzug ist Fackelbau-Thema

Schützenfest in Grevenbroich 2017: Fackelzug mit leuchtenden Kunstwerken
Die Lokomotive "Emma" mit Jim Knopf an Bord soll mit Volldampf in Richtung Hagelkreuz fahren: Die Fackelbaugruppe des Jägerzugs "Sankt Florian" befürwortet den Umzug des Kirmesplatzes. Die Lok soll 400 Kilogramm auf die Waage bringen. FOTO: Georg Salzburg
Grevenbroich. Am Schützenfest-Samstag sollen die Besucher des Fackelzugs 13 leuchtende Kunstwerke bestaunen können. Jetzt gaben die Fackelbauer einen ersten Vorgeschmack. Das Top-Thema in diesem Jahr: der angedachte Umzug des Kirmesplatzes. Von Christian Kandzorra

Zehn eigene Großfackeln und drei Gastfackeln sollen zum Fackelzug beim Grevenbroicher Schützenfest zu sehen sein. Die Fackelbauer sorgen jetzt für den Feinschliff an ihren Kunstwerken, die sie in den vergangenen Monaten mit viel Liebe zum Detail gebaut und teilweise mit jeder Menge Hightech ausgestattet haben. "Wir sind sehr stolz darauf, dass es wieder zehn eigene Großfackeln gibt", sagt Christoph Oberbach. Der 47-Jährige ist Fackelbaubeauftragter des Bürgerschützenvereins, in dessen Reihen momentan vor allem eines heiß diskutiert wird: der angedachte Umzug des Kirmesplatzes. Viele Schützen wollen weiterhin an der Graf-Kessel-Straße feiern; manche sehen die Zukunft des Kirmesplatzes an anderer Stelle, etwa am Hagelkreuz. Fest steht: Das Thema beschäftigt auch die Fackelbauer. Mindestens drei Großfackeln widmen sich dem Umzug mit klaren Botschaften.

Die "Schlossjäger" haben einen großen Helikopter gebaut. Sie wollen ihn noch bemalen. FOTO: georg salzburg

Eines der provokativsten Mottos ist das der Fackelbaugemeinschaft der Jägerzüge "Rösige Boschte" und "Mer stonn zesamme", das lautet "Schützenfest am Arsch der Welt". "Wir sehen die Kirmesplatzverlegung sehr kritisch", sagte Willy Helfenstein, der wie seine Zugkollegen unbedingt am alten Standort festhalten will. "Für uns Schützen, aber auch für die Geschäftswelt, ist die Nähe des Kirmesplatzes zur Innenstadt ein unschätzbarer Vorteil." Passend zum Motto soll auf der Fackelrückwand ein Bild zu sehen sein, das Fahrgeschäfte auf dem verlegten Kirmesplatz zeigt. Dahinter soll sich ein riesiges menschliches Hinterteil erheben. "Vor dem Hintergrund haben wir drei Schützen platziert, die vom neuen Festplatz in Richtung Innenstadt flüchten", sagte Helfenstein. Ähnlich kritisch zeigt sich der Jägerzug "Schlossjäger", deren Mitglieder einen großen beweglichen Helikopter gebaut haben. Ihr Motto: "Zum Hagelkreuz ist es zu weit... stellt uns die Stadt einen Heli bereit?" Ganz anders sehen das die Mitglieder des Jägerzugs "Sankt Florian". "In Zukunft wird auf dem alten Kirmesplatz nicht mehr genug Platz sein. Es ist ja jetzt schon eng. Deshalb begrüßen wir die Verlegung des Platzes", erzählt Achim Willkomm. Er und seine Zugkollegen haben eine 400 Kilo schwere Lokomotive gebaut, die mit Hilfe einer Nebelmaschine dampft. "Unser Motto steht noch nicht ganz fest, wir planen aber etwas in der Art ,Mit Volldampf in Richtung Hagelkreuz'", sagt Willkomm.

Tatsächlich zeigen sich die Fackelbauer in diesem Jahr besonders kreativ: Der Jägerzug St. Hubertus etwa hat ein Schiff gebaut, das am Schützenfest-Samstag ab 20.15 Uhr mit Kanonendonner durch die Straßen ziehen wird. Einen überdimensionalen Selfiestick nimmt der Jägerzug "Eschte Fründe" zum Anlass, den Fackelzug zu filmen und später bei YouTube hochzuladen. Der Jägerzug "Noh'besch Jonge", dessen Mitglied auch Schützenkönig Manfred Dörenkamp ist, widmet sich dem Braunkohlenrad im Bend. Fackelbaubetreuer Josef Flesch sagt: "Das Gelände vor dem Rad müsste dringend gepflegt werden." Es handele sich bereits um die 46. Fackel, die der Zug in Folge baue. Das Team mit der schönsten Fackel soll den Wanderpokal des BSV erhalten.

4,75 Meter hoch: Eine der größten Fackeln ist die der Baugemeinschaft "Rösige Boschte" und "Mer stonn zesamme". FOTO: Georg Salzburg
Quelle: NGZ
 
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