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Grevenbroich
Schwestern als gute Seelen des Hauses

Grevenbroich. Ins neue Seniorenstift St. Martinus in Wevelinghoven ziehen jetzt auch Schwester Celina und Schwester Tarcisia von den Neusser Augustinerinnen ein. Die beiden wollen ab kommendem Monat die Bewohner seelsorgerisch begleiten. Von Carsten Sommerfeld

Für Schwester Celina ist es eine Rückkehr in ihre Heimat. Die gebürtige Wevelinghovenerin zieht mit Schwester Tarcisia ins neue Seniorenstift St. Martinus der St.-Augustinus-Seniorenhilfe, das am 1. Mai am Klosterweg eröffnet. Die beiden Schwestern der Neusser Augustinerinnen wechseln vom Dormagener Augustinus-Haus dorthin und werden - ehrenamtlich - in der Seelsorge tätig sein.

Erinnerungen werden wach. "Im ehemaligen Krankenhaus hier auf dem Grundstück in Wevelinghoven habe ich als Kind nach einem Unfall gelegen", erzählt Schwester Celina (73). Bis in die 1960er Jahre waren dort die Dernbacher Schwestern aktiv. "Die Begegnung mit ihnen war wohl der Grundstein dafür, dass ich selbst Ordensschwester wurde."

Als sie vom geplanten Seniorenstift an der Erft hörte, war sie begeistert. "Das hier ist das schönste Fleckchen auf Erden." Sie war beim ersten Spatenstich dabei, sah sich mehrere Male auf der Baustelle um. Dann kam die Frage von Thilo Spychalski, Geschäftsführer der St.-Augustinus-Kliniken, ob sie dort einziehen und wirken wolle. Sie sagte "Ja", die Ordensgemeinschaft gab grünes Licht. Auch Schwester Tarcisia erklärte sich zum Wechsel bereit. Die beiden waren 1960 zusammen den Augustinerinnen beigetreten. "Wir werden von vielen angesprochen, die sich freuen, dass hier wieder Schwestern wirken", sagt Corinna Dönges, Marketing-Leiterin der St.-Augustinus-Kliniken.

Zwei Appartements im Haus bilden künftig die Klausur der Ordensschwestern. "Wir werden die Kapelle betreuen, an der Rezeption aushelfen. Und wir möchten den Bewohnern gute Zuhörer sein, Leid und Freude teilen, mit ihnen weinen und lachen", sagt Schwester Celina. "Wir wollen die Menschen hier nicht nur versorgen, sondern sie sollen hier ein Zuhause finden", ergänzt Einrichtungsleiterin Nadja Pienkowski (35). Für Schwester Celina schließt sich ein Kreis. Als 28-Jährige war die Wevelinghovenerin für 18 Jahre nach Burundi gegangen - als Hebamme. "Wir haben dort ein Gesundheitszentrum aufgebaut. Ich habe 40 000 Babys auf die Welt geholfen, einmal 24 in elf Stunden." Die Neusser Burundi-Hilfe ist auch heute aktiv. Nach der Rückkehr war Schwester Celina im Augustinus-Haus - ebenfalls ein Seniorenheim - in Dormagen tätig, darunter zehn Jahre als Leiterin. In ihrer Freizeit interessiert sie sich für die Formel 1. Wem sie die Daumen drückt? "Sebastian Vettel natürlich, und Nico Rosberg."

Schwester Tarcisia stammt aus Wuppertal. "Schon als Kind beschloss ich, Schwester zu werden. Meine Mutter aber erklärte, erst solle ich einen Beruf erlernen." Die heute 76-Jährige wurde Wirtschafterin. Nach ihrem Eintritt in die Ordensgemeinschaft war sie viele Jahre in der Küche der Augustinerinnen in Neuss tätig, wechselte dann nach Dormagen. Sie singt gern, hört Kirchenmusik und Klassik.

Das Seniorenstift wird übrigens Anlaufstelle für Pilger: Sie können sich auf dem Weg nach Santiago de Compostella einen Stempel holen.

Quelle: NGZ
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