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Grevenbroich
Seltener "Wasserdrache" am Fuß des Welchenbergs fotografiert

Grevenbroich. Experten sollen feststellen, ob der seltene Kammmolch im Kapellener Naturschutzgebiet "Schwarze Brücke" noch heimisch ist. Wie berichtet, wird der Rhein-Kreis in den nächsten Wochen ein Gutachten in Auftrag geben, das mit mehrmonatigen Forschungsarbeiten verbunden ist.

Zumindest in Neuenhausen gibt's den Molch noch, meint NGZ-Leserin Gisela Küper. Denn in der Nähe des Pötzplatzes - im Umfeld eines ehemaligen Feuchtbiotops - ist er augenscheinlich nicht nur ausfindig gemacht, sondern auch fotografiert worden. "Etwa 18 Zentimeter lang und mit einer orangefarbenen Unterseite", beschreibt Gisela Küper die Amphibie. "Das muss der Kammmolch sein."

Nicht ganz, meint der städtische Umweltbeauftragte Norbert Wolf. Er hat sich den Schnappschuss vom Pötzplatz genau angesehen und das Tier eindeutig als einen männlichen Bergmolch identifiziert. Anders als der Kammmolch ist diese Art zwar nicht vom Aussterben bedroht, in hiesigen Gefilden aber recht selten. "Diese Amphibie lebt vorwiegend in gewässerreichen und kühlen Wäldern des Hügel- und Berglandes", sagt Wolf. Warum dieses Tier auch in flacheren Gebieten anzutreffen ist, kann der Umweltbeauftragte nur vermuten: "Vielleicht hängt das mit dem vor gut 20 Jahren ausgebrochenen Gartenteich-Boom zusammen", meint er.

Für Laien sei es schwierig, die kleinen Wasserdrachen zu unterscheiden, meint Norbert Wolf. "Gerade Kamm- und Bergmolch sehen sich sehr ähnlich", sagt er. Was erst beim genauen Hingucken auffällt: Der Rücken des Kammmolchs ähnelt in Farbe und Struktur dem Asphalt, Bergmolche hingegen haben eine relativ farbenprächtig strukturierte Oberseite.

Der Umweltausschuss hat den Kammmolch heute Abend (18 Uhr, Bernardussaal) indirekt auf der Tagesordnung. Beigeordneter Florian Herpel wird über die Bemühungen des Erftverbandes berichten, die Kapellener Altarme vor dem ständigen Trockenfallen zu bewahren. Bevor sie an die Erft angeschlossen werden, soll untersucht werden, ob Kammmolche in den Gräben leben. Denn die könnten durch einen steten Wasserzufluss in ihren Lebensräumen empfindlich gestört werden. Die Untersuchungen werden sich über mehrere Monate erstrecken. Im April nächsten Jahres soll ein Ergebnis vorgestellt werden.

(wilp)
 
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