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Grevenbroich
Senioren tanzen im Museum in den Morgen

Grevenbroich: Senioren tanzen im Museum in den Morgen
Die perfekt vorgetragenen Tanzschritte der Eheleute Monika und Manfred Kehl animierten die Senioren, bei den folgenden Stücken mit zu tanzen. Alle machten mit, selbst aus dem Rollstuhl wurde mitgewippt. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Ob am Rollator, im Rollstuhl oder flink auf zwei Beinen - zum Tanztee bewegte sich in der Villa Erckens jeder mit. Lieblingslieder waren die Hits des unsterblichen Elvis. Von Valeska von Dolega

Nach einer Viertelstunde wurde die Luft allmählich dünn. "Es ist ja sowieso so schwül. Und jetzt noch der Tanz", fächerte sich eine Dame Luft zu. "Aber es macht einfach zu viel Spaß", machte sie auch bei "Griechischer Wein" keine Pause, sondern schunkelte mit. So wie eigentlich alle anderen.

Der Tanztee im Museum, zu dem Cordula Bohle von der Caritas zusammen mit Kulturchef Stefan Pelzer-Florack eingeladen hatte, war ein Selbstläufer. Die Resonanz war großartig. "Wir hätten viel mehr Karten verkaufen können", bedauerte Cordula Bohle, dass sie nicht allen Interessenten hat zusagen können. Über das "gut verknüpfte" Netzwerk Demenz wurde die Veranstaltung, die zweite nach dem Auftakt im Frühjahr, beworben worden.

"Am liebsten tanzen wir Boogie und Swing", erklärt Volkmar Hess. "Ich tanze ja erst seit vier Jahren, und etwas anderes kann ich gar nicht." Zusammen mit seiner Frau Alice machte er auf dem Parkett eine gute Figur und drehte seine fröhlichen Runden. Allerdings war er nicht bloß zu seinem Vergnügen da. Als so etwas wie der DJ sorgte er dafür, dass Senioren mit und ohne Demenz sich amüsierten. Ein breitgefächertes Repertoire alter Hits landete auf seinen Plattenspielern. Und anlässlich des 40. Todestages des unvergessenen Elvis Presleys gab es gestern selbstverständlich auch dessen größte Hits zu hören.

"Tanzen macht solch einen Spaß", bekundete ein Grevenbroicher Ehepaar. Die Musik von Peter Kraus "und all die alten Sachen" hören sie gerne. "Aber im Radio wird das ja nie gespielt. Auch deshalb sind wir hier.""Es gibt nichts Schöneres, als sich zur Musik zu bewegen", erklärte eine Seniorin. "Früher habe ich kein Tanzvergnügen ausgelassen, aber da lebte ja mein Mann noch." Eine Tatsache, die manche Geschlechtsgenossin an diesem Nachmittag mit ihr teilte - es waren mehr Frauen als Männer da. Was aber keinen störte, spontan wurden zu "Tulpen aus Amsterdam" rein weibliche Kreise gebildet, die mitsingend und mitwippend den Rhythmus aufnahmen.

So etwas wie den Eintänzer zum Auftakt gab übrigens Klaus Krützen. Beherzt offenbarte der Bürgermeister zunächst in Richtung der Senioren, für die es als junge Leute noch zum guten Ton gehörte, eine Tanzschule zu besuchen, genau dieses Programm nicht absolviert zu haben. "Sie wollen mich scheitern sehen?", beantwortete er die Aufforderung, den Tanztee zu eröffnen. Im Arm von Monika Kehl absolvierte er dann aber nahezu federleicht einen Walzer.

"So ein Standrad-Tanz hat seine festgelegten Schritte", erklärte die Fachfrau, die zusammen mit Ehemann Manfred 1999 den Tanzsport für sich entdeckte und seither "begeistert" ist. Nicht bloß von der je nach Betätigungsgrad leichten bis intensiven körperlichen Anstrengung. "Auch das Hirn wird gefordert, das ist absolutes Gedächtnistraining", begeistert sie sich und bestätigt, was Mediziner vermuten: Bewegung ist einer der entscheidende Lebensstilfaktor bei der Demenzprävention.

Quelle: NGZ
 
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