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Grevenbroich
So lebt es sich an der Marien- und Josefstraße in Grevenbroich

Grevenbroich: So lebt es sich an der Marien- und Josefstraße in Grevenbroich
Die Familie Graefe lebt an der Marienstraße in Neukirchen. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Maria gilt als Vorbild des Glaubens, deshalb ist sie nach dem Lukasevangelium die unter allen Frauen gepriesene. Doch wie ist es, an einer nach der Mutter Gottes benannten Straße zu leben? Von Vera Straub-Roeben

"Der Geist der Weihnacht ist hier nicht unbedingt spürbarer, nur weil die Straße so heißt", sagt Gisela Graefe. Die 82-Jährige zog zu Zeiten an die Marienstraße in Neukirchen, als sie noch Dorfstraße hieß. "Als wir 1962 mit drei Kindern hier ankamen und unser Holzhaus bezogen, gab es nichts außer einem Feldweg, Wiesen und Äckern. Auf der Rückseite stand ein Pappelwäldchen." Die Bäume, so erzählt sie, seien früher einmal als Mitgift von den Vätern für ihre Töchter gepflanzt worden - sind aber längst abgeholzt.

Als einige Jahre später dann die Notwendigkeit entstand, eine Siedlung für Flüchtlinge zu bauen, mussten auch die Straßen benannt werden. Nach und nach siedelten sich mehr und mehr Familien an. "Ich erinnere mich noch, wie wir als Kinder auf dem Nachbargrundstück Räuber und Gendarm auf den ausgehobenen Erdhügeln gespielt haben", sagt Gisela Graefes Tochter Elke Polage. "Die Straße hat sich sehr langsam entwickelt. Aber die meisten, die hier leben, haben sich gut integriert", sagt Graefe.

Wann genau die Straße ihren neuen Namen bekommen hat, weiß sie nicht mehr. "Bei der Kommunalen Neugliederung 1975 hieß sie aber schon Marienstraße." Aus dem Holzhaus, das die sechsfache Mutter sehr geliebt hat, wurde schließlich ein Doppelhaus. Was blieb, war eine lebendige Nachbarschaft.

Eine Josefstraße gibt es im Stadtgebiet auch, nämlich in Hemmerden. "Sie ist mit rund 40 Jahren noch recht jung, die Nachbarschaft ist noch immer sehr zusammengewürfelt", weiß Petra Birbaum. Bis vor 50 Jahren war dort, wo nun an der sehr kurzen Straße lediglich fünf Wohnhäuser stehen, freie Ackerfläche. "Es ist nie eine Nachbarschaft entstanden, weil alle anderen nicht aus Hemmerden kamen und sich nicht in das Dorfleben eingegliedert haben", vermutet sie. Das gesamte Grundstück habe einmal ihren Großeltern gehört, die es schließlich verkauft haben - und auf einem haben ihre Eltern gebaut. "Die Häuser liegen verschachtelt, man sieht sich nicht zufällig." Inzwischen wohnt Petra Birbaum gemeinsam mit ihrem Mann Karl an der Landstraße und genießt dort eine schöne Nachbarschaft. "An die Josefstraße fahre ich, um meine Mutter zu besuchen, die in meinem Elternhaus wohnt. Eigentlich ist es eine schöne und ruhige Gegend."

Quelle: NGZ
 
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