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Grevenbroich
So lecker ist der Karpfen aus der Erft

Fisch-Einkaufsratgeber nach Greenpeace 2016
Fisch-Einkaufsratgeber nach Greenpeace 2016 FOTO: Vadym Zaitsev/ Shutterstock.com
Grevenbroich. Hans-Theo Baust aus Gustorf weiß, wann man den von Green-peace empfohlenen Karpfen am besten fängt und wie er gut zubereitet schmeckt. Von Carsten Sommerfeld

 Beachtliche 13 Kilogramm schwer und 96 Zentimeter lang war der größte Karpfen, den Hans-Theo Baust bislang aus der Erft gezogen hat - ein stattliches Exemplar. Und auch wenn viele den Karpfen-Geschmack "modrig" oder laff finden - "für mich ist das ein leckerer Fisch, ich esse Karpfen gern", sagt der 60 Jahre alte Vorsitzende des Angelsportvereins Gindorf/Gustorf. "Schade, dass dieser Fisch etwas in Vergessenheit geraten ist," meint er.

Das könnte sich ändern. Die Umweltschutz-Organisation Greeenpeace empfiehlt den Weißfisch auf der Speisekarte. Nach Einschätzung der Umweltschützer ist er der einzige ökologisch unbedenkliche Speisefisch.

Zumindest aus dieser Greenpeace-Sicht dürften es Grevenbroicher gut haben. In "ihrem" Fluss, der Erft, gibt's nämlich reichlich von dem Weißfisch. "Wir haben in der Erft eine große Karpfen-Population", erklärt Jochen Birbaum, Geschäftsführer der Erft-Fischereigenossenschaft mit Sitz in Bergheim. Der Fluss sei ein typisches Gewässer für Karpfen - "wir haben hier etliche Exemplare mit einem Gewicht von acht, neun Kilo und mehr", sagt Birbaum. Auch Norbert Wolf, Vorstandsmitglied in der Genossenschaft, weiß: "Viele Angler sind stolz, wenn sie einen 20-Pfund-Karpfen in der Erft gefangen haben." Der Grevenboicher selbst kann diesem Fisch auf dem Teller nicht so viel abgewinnen.

Anders als Hans-Theo Baust beispielsweise. Der berichtet zudem, dass auch ganz andere den Karpfen schätzen. "Die Welse in der Erft räubern unter den Karpfen bis zwei Kilo."

Doch das scheint der Population nicht zu schaden. Bleibt die Frage, ob der Fisch mit Green-Peace-Empfehlung wirklich "modrig" und gar nicht so lecker schmeckt. Hans-Theo Baust sieht das anders, er differenziert. "Es kommt darauf an, wann man ihn fängt. Wenn es kühler wird, geht der Karpfen auf den Grund, wenn er dann wieder nach oben kommt, schmeckt er tatsächlich modrig, Wenn er aber danach wieder im klaren Wasser schwimmt, ist das nicht mehr der Fall."

Der beste Fang-Termin sei deshalb im Spätherbst", erzählt der Gustorfer, der jährlich etwa drei, vier Karpfen aus der Erft zieht. "Man muss ihn natürlich auch zubereiten können."

Dafür ist, wie der Gustorfer sagt, im Hause Baust seine Frau Nelly zuständig. "Meistens wird der Fisch gebraten, dazu gibt es beispielsweise Gemüse - Porree, Sellerie und Möhren. "Man kann den Fisch damit auch gut füllen. Und aus den Karpfen-Resten lasse sich, eine gute eine Fischsuppe kochen, rät Baust.

Lecker sei auch geräucherter Karpfen. "Wenn man Kotelett-Stücke vom Karpfen räuchert, werden sie dunkelrot wie Rindfleisch. Das schmeckt sehr gut."

Nicht jedermanns Sache sind die Ypsilon-förmigen Karpfen-Gräten. "Man muss damit umgehen können. Aber das Fleisch lässt sich gut ablösen", sagt Baust. Sein Lieblingsfisch auf dem Teller ist Karpfen allerdings nicht - das sei Zander.

Zum Angelsportverein Gindorf/Gustorf gehören neben dem Vorsitzenden Hans-Theo Baust rund 35 weitere Angler, die den Erftabschnitt von der Gustorfer Wassermühle bis zur Brücke in Neuenhausen gepachtet haben.

Quelle: NGZ
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