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Grevenbroich
Sozialdemokraten fordern neue Spitze für Landespartei

Grevenbroich. In der NRW-SPD zeichnet sich ab, dass mit Fraktionschef Norbert Römer neben dem Parteivorsitzenden Michael Groschek ein weiterer Altvorderer in der Verantwortung bleiben wird. An der Basis wird das mit einer gehörigen Portion Skepsis betrachtet.

"Ich schätze Mike Groscheks Verdienste - aber: Die SDP muss einen Neuanfang machen", sagt Fraktionsvize Holger Holzgräber. "Das bedeutet für mich: Junge, neue Köpfe, unverbrauchte Gesichter." Der Name Groschek sei mit Stau, Stillstand und Infrastruktur-Mängel besetzt, betont Holzgräber. Und: "Norbert Römer will einen Neuanfang - und gleichzeitig mit 70 Jahren weitermachen. Das passt nicht."

Dass die ehemalige Schulministerin Sylvia Löhrmann nach der Wahl-Niederlage der NRW-Grünen auf ihr Landtagsmandat verzichten will, begrüßt das SPD-Ratsmitglied. "Das würde ich mir auch von anderen wünschen", sagt Holzgräber, darin schließt er ausdrücklich auch Hannelore Kraft mit ein. "Die SPD muss sich frei machen für neue Leute, den Laden von Grund auf sanieren", so sieht der Fraktionsvize die Marschrichtung. Das hat er so ähnlich - gemeinsam mit dem Stadtverbandsvorsitzenden André Thalmann und Kreischef Daniel Rinkert - auch in einem Brief an den SPD-Landesverband geschrieben.

Daniel Rinkert hatte sich bereits Ende vergangener Woche wenig begeistert vom Neustart der NRW-SPD unter der Führung von Michael Groschek gezeigt: "Ob er der Richtige für einen Neuanfang ist, bleibt abzuwarten. Wir haben viele gute Leute, auch junge." Rinkert hätte es lieber gesehen, wenn seine Partei zunächst die Wahlniederlage genau analysiert und dann in Ruhe bis zum Sommer die nötigen Personalentscheidungen getroffen hätte. Auch André Thalmann ist der Meinung, dass die SPD reif für eine Neuausrichtung sei: "Wir haben vor der Wahl unsere Inhalte nicht rüberbringen können. Da muss man sich schon fragen, ob wir noch die richtige Sprache sprechen."

(wilp)
 
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