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Grevenbroich
SPD fordert Controlling für alle Rathaus-Bereiche

Grevenbroich. Sozialdemokraten beraten Haushalt im niederrheinischen Rees. Fraktion fordert eine Kampagne für Pflegeeltern. Von Wiljo Piel

Die SPD fordert nach ihrer Haushaltsklausur im niederrheinischen Rees ein Controlling für alle Fachbereiche im Rathaus. Mit Hilfe einer Kosten- und Leistungsrechnung soll nicht nur mehr Transparenz erreicht, es soll auch gespart werden.

"Aus dem Etat lässt sich nicht herauslesen, welcher Personaleinsatz hinter den jeweiligen Zahlen steht", sagt Fraktionsvorsitzender Horst Gebrand. Aus Sicht der SPD müsse daher zwingend ein Controlling für alle im Haushaltsplan aufgelisteten Produkte eingeführt werden. Sei die Frage "Wo wird was mit welchem Aufwand erledigt?" beantwortet, könnten Rückschlüsse auf den Personaleinsatz in den jeweiligen Fachbereichen gezogen werden.

"Anhand einer Kosten- und Leistungsrechnung lässt sich erkennen, wo zu viele oder zu wenige Mitarbeiter mit einer Aufgabe beschäftigt, wo Einsparungen oder Umschichtungen notwendig sind", sagt Horst Gerbrand. Die Forderung der CDU, den Personalhaushalt (34 Millionen Euro) binnen zwei Jahren um eine Million zu senken, hält er für verfrüht. "Personaleinsparungen können zu Verzicht führen - auch das muss gegenüber dem Bürger deutlich gemacht werden", meint Gerbrand: "Es ist durchaus vernünftig, erst einmal den großen Personalbereich zu untersuchen."

Mit nahezu acht Millionen Euro stellen die "Hilfen zur Erziehung" einen weiteren großen Ausgabenblock im Etat 2017 dar. "Vor diesem Hintergrund brauchen wir dringend eine Kampagne der Verwaltung, um mehr Pflegeeltern zu bekommen, damit Kinder ambulant betreut werden können", sagt der Fraktionsvorsitzende. Die SPD erhofft sich davon deutliche Einsparungen bei den jährlich steigenden Kosten für die Heimunterbringung.

Bei den kommenden Etatberatungen werden die Sozialdemokraten zudem einen Sportstättenbedarfsplan fordern. Der soll aber nicht - so wie es Sportdezernent Michael Heesch gerne hätte - von externen Fachleuten, sondern von internen Kräften der Stadtverwaltung erstellt werden, in Kooperation mit dem Stadtsportverband. "Über Verbesserungen und gegebenenfalls Zusammenlegungen von Sportstätten kann Geld gespart werden", sagt Gerbrand. Auch das Spielplatz-Optimierungsprogramm müsse nach Meinung der SPD wieder reaktiviert werden.

Zudem fordern die Sozialdemokraten die Stadtverwaltung auf, die vielen Gutachten, die für die unterschiedlichsten Projekte erstellt wurden, wieder aus der Schublade zu holen. "Sie waren zu teuer, um dort versenkt zu werden", sagt Horst Gerbrand: "Sie sind nach wie vor aktuell - und aus ihnen lässt sich noch eine Menge Honig saugen."

Quelle: NGZ
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