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Grevenbroich
SPD für neue Staub-Messstation

Grevenbroich: SPD für neue Staub-Messstation
Der Tagebau ist einer der Hauptverursacher für Feinstaub in der Stadt. RWE Power hat im Rahmen des Reinhalteplans viele Vorkehrungen getroffen. FOTO: reuter
Grevenbroich. Die SPD-Fraktion fordert eine zweite Feinstaub-Messstation in der Stadt. Diese soll in Frimmersdorf oder Neurath errichtet werden. Doch die Chancen dafür stehen schlecht. Heute wird das Thema im Umweltausschuss diskutiert. Von Andreas Buchbauer

Gute Neuigkeiten hat die SPD-Fraktion am Mittwoch Abend im Landschaftspflege- und Umweltausschuss von der Verwaltung eher nicht zu erwarten. Die Sozialdemokraten hatten beantragt, mit Blick auf die Feinstaubbelastung in Frimmersdorf oder Neurath eine weitere Messstation in der Stadt aufzustellen.

Eine solche Station befindet sich bereits in Gindorf in unmittelbarer Tagebau-Nähe – und hatte zur Jahreshälfte eine Verschärfung des Feinstaub-Problems vermeldet. Die Haltung der Verwaltung scheint klar: Eine ergänzende Messsstation in Frimmersdorf beziehungsweise Neurath sei fachlich nicht sinnvoll.

Dies wird damit begründet, dass industriebedingte Emissionen hinsichtlich des Feinstaubs nicht maßgeblich zur Belastung beitragen würden. SPD-Stadtverbandschef Daniel Rinkert möchte die Sitzung des Umweltausschusses abwarten. "Eine zusätzliche Messstation könnte die Ursache der Werte klären", sagt Rinkert. "Das bedeutet auch: Man könnte die Diskussion, ob RWE an allem Schuld sei, entkräften und ein Zeichen der Zusammenarbeit setzen."

Die Verwaltung hat das NRW-Umweltministerium daher trotz Vorbehalte um Prüfung gebeten, ob die Aufstellung einer weiteren Messstation machbar ist. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) weist darauf hin, dass ein solcher Einsatz – wenn überhaupt – nicht sofort möglich ist.

Die Messstationen würden für einen Zeitraum von in der Regel mindestens einem Jahr aufgestellt. "Selbst wenn der Einsatz einer weiteren Messstation sinnvoll wäre, würden wir daher eine Vorlaufzeit benötigen", erklärt Lanuv-Sprecher Eberhard Jacobs.

Bislang hat das Amt in diesem Jahr 26 Überschreitungen des Tagesmittelwerts von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft in Gindorf gemessen. Das sind so viele wie 2010 insgesamt. Erlaubt sind 35 Überschreitungen.

Allerdings gelten für die Messstation in Gindorf aufgrund einer Fristverlängerung zur Einhaltung der Grenzwerte durch die Europäische Union andere Bedingungen: Demnach wurden bis zum 11. Juni lediglich Tage mit mehr als 75 Mikrogramm je Kubikmeter Luft als Überschreitung gewertet, erst für die Zeit danach galt die Grenze von 50 Mikrogramm.

In der Summe bedeutet das für Grevenbroich, dass der Höchstwert an acht Tagen in diesem Jahr überschritten wurde. Die Daten basieren auf dem Stand vom 31. Juli. Neuere Zahlen liegen mit Blick auf die Laborauswertung nicht vor.

Mit den bislang gemessenen Feinstaubwerten ist die Stadt weit von der Situation 2006 und 2007 entfernt. Nach jeweils 46 Überschreitungstagen wurden die Behörden aktiv, ein Luftreinhalteplan trat in Kraft. RWE investierte daraufhin in Abdeckungen, Berieselungs- und Reinigungsanlagen.

Quelle: NGZ
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