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André Thalmann
"SPD muss wieder bürgernäher werden"

André Thalmann: "SPD muss wieder bürgernäher werden"
André Thalmann aus Hemmerden ist neuer Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes. Der 41-Jährige trat die Nachfolge von Daniel Rinkert an. Sein Ziel: Thalmann möchte die SPD wieder bürgernäher gestalten. FOTO: Anja Tinter
Grevenbroich. André Thalmann (41) ist neuer Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes. Er will die Partei schon früh auf den Bürgermeister-Wahlkampf 2020 vorbereiten. Sein Ziel: Klaus Krützen soll Verwaltungschef bleiben, die SPD die stärkste Ratsfraktion werden.

Herr Thalmann, als Sie zum neuen Stadtverbandsvorsitzenden gewählt wurden, waren gerade einmal 54 von 390 Grevenbroicher Genossen dabei. Ist das nicht ein bisschen wenig?

André Thalmann Es hätten sicherlich etwas mehr sein können.

Wie wollen Sie das Interesse an der Partei wieder wecken?

Thalmann Ich möchte wieder mehr Mitglieder in unsere Arbeit einbinden und sie unmittelbar an Entscheidungen beteiligen.

Wie wollen Sie das machen?

Thalmann Zum Beispiel durch Ortsteilgespräche, zu denen der Stadtverbandsvorstand künftig regelmäßig einladen möchte. Die Idee: SPD-Mitglieder und Bürger sollen sich in den Stadtteilen treffen, um aktuelle Dinge zu diskutieren und im besten Fall auch Lösungen für Probleme zu finden.

Was wären das für Themen?

Thalmann Alle möglichen - von der Flüchtlingsunterkunft bis hin zum klapprigen Gullydeckel. Wir werden jetzt ein Konzept entwickeln, um schneller vor Ort und bei den Bürgern zu sein. Unsere Leute in den Stadtteilen, die in ihren Orten ja bekannt sind, sollen als Nachbarn auftreten, die ihre Hilfe anbieten.

Das klingt nach Arbeit. Glauben Sie, dass die Genossen da mitziehen werden?

Thalmann Ich denke schon. Beim Wahlkampf von Klaus Krützen stand die SPD wie ein Mann hinter dem Bürgermeisterkandidaten. Das Team war hochmotiviert. Es muss uns jetzt gelingen, diese Motivation auf die Arbeit der nächsten Jahre zu übertragen.

Mit dem Ziel, die Bürgermeisterwahl 2020 zu gewinnen?

Thalmann Dazwischen liegen noch die Landtags-, Bundestags- und Europawahl - aber ja, wir müssen die Bürgermeisterwahl 2020 schon jetzt fest im Blick haben. Für den Stadtverband ist das die wichtigste Wahl.

Was meinen Sie, wird das auch die erste "richtige" Bürgermeisterwahl für Klaus Krützen sein?

Thalmann Das sehe ich so. Die Wahl in diesem Jahr war eine Abwahl von Ursula Kwasny. In 2020 aber wird es ernst. Dafür müssen wir uns frühzeitig rüsten - auch, um in vier Jahren einen starken Stadtrat zu haben, der von der SPD getragen wird. Wir werden deutlich machen: Wer den Weg mit Klaus Krützen weitergehen möchte, sollte auch die SPD wählen. Das wollen wir mit Konzepten untermauern, die deutlich machen sollen, wo es mit der Stadt nach unserer Meinung hingehen soll.

In der Rede nach Ihrer Wahl haben Sie angekündigt, die Stadtpartei erneuern zu wollen. Was bedeutet das?

Thalmann Dass man wegkommt von den alten Strukturen. Vor 20 bis 25 Jahren war es so, dass man sich um Mitglieder nicht kümmern musste - das lief praktisch von alleine. Heute ist das anders. Ich möchte die vor uns liegende Arbeit auf mehrere Köpfe verteilen, bestimmte Aufgaben delegieren und die Mitglieder über WhatsApp oder per E-Mail ständig auf dem Laufenden halten. Oder anders: Die bestehenden Strukturen sollen an das 21. Jahrhundert angepasst werden.

Sehen Sie sich da auch in der Rolle des Erneuerers?

Thalmann Meine Person sehe ich nicht so im Vordergrund. Sicherlich muss es einen gegeben, der die Richtung vorgibt. Alles anderes ist Teamarbeit. Persönlich wünsche ich mir, dass wir bürgernahe und engagierte Mitglieder haben, die Spaß daran haben, politische Themen anzupacken - und zwar unabhängig von Ideologien.

WILJO PIEL FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: NGZ
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