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Grevenbroich
SPD zu Krankenhaus: Gutachter einschalten

Grevenbroich. Zum 1. Oktober wechselt Ralf H. Nennhaus nach Moers. Mit seinem überraschend angekündigten Fortgang hat der Verwaltungschef der beiden Kreiskrankenhäuser eine Strukturdebatte losgetreten, die von der Grevenbroicher SPD "mit Sorge betrachtet" wird. Fraktionschef Horst Gerbrand kündigte gestern an, dass Rats- und Kreistagsfraktion "gemeinsam und intensiv" die Diskussion über die Zukunft der Rhein-Kreis-Neuss-Kliniken begleiten wollen. "Das Krankenhaus ist ein wichtiger Faktor für unsere Stadt", begründet Gerbrand das Einmischen der Ratsfraktion in Kreisangelegenheiten. Die Klinik biete nicht nur eine ortsnahe Versorgung, sondern sichere auch Arbeitsplätze in Grevenbroich. Er gehe davon aus, dass die Sozialdemokraten in der Stadt Dormagen das ähnlich sehen werden.

"Dauerhaft kann sich niemand ein defizitäres Krankenhaus leisten", sagt Horst Gerbrand. Seiner Meinung nach sei es aber zu früh, um darüber nachzudenken, ob die Kreiskrankenhäuser eventuell in eine private Rechtsform überführt werden sollen. "Nichts gegen private Träger - aber ich denke, dass es dadurch zu einem deutlichen Einschnitt im Angebot kommen könnte", meint der Fraktionsvorsitzende.

Gerbrand hält es für sinnvoll, externe Gutachter in die Frage nach der Zukunft der Kliniken einzubinden. Sie sollen Wege aufzeichnen, wie die Krankenhäuser wirtschaftlicher arbeiten und möglicherweise ihre Angebote noch erweitern können. In diesem Zusammenhang erinnert er an die vom Rat beschlossene Privatisierung des Bauhofs, die zur Gründung der Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich GmbH (WGV) führte. Damit habe die Politik seinerzeit aufs falsche Pferd gesetzt.

Der Kreis sollte - ähnlich wie bei der Rekommunalisierung der WGV - externe Berater mit einem Gutachten beauftragen, so Gerbrand: "Vorher möchte ich nicht über eine Privatisierung nachdenken."

(wilp)
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