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Grevenbroich
Sportler investieren ins städtische Vereinsheim

Grevenbroich: Sportler investieren ins städtische Vereinsheim
Norbert Trippen (l.) und Wolfgang Scharner von der SG Orken-Noithausen an der Baustelle, die Anfang Mai fertiggestellt werden soll. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Die SG Orken-Noithausen saniert die Besucherterrasse im Sportpark. Dafür gibt der Verein Geld aus, das für den Kunstrasen bestimmt war. Von Ursula Wolf-Reisdorf

Eigentlich hatten sie das Geld für die erforderliche Sanierung ihres Kunstrasenplatzes auf die hohe Kante gelegt. Doch nun müssen die rund 18.000 Euro, die sich die Sportler der SG Orken-Noithausen zusammengespart haben, in ein anderes Projekt investiert werden. Nämlich in die Sanierung der großen Besucherterrasse ihres Vereinsheims. Das Konstrukt, das bei Heimspielen auch als Unterstand genutzt wird, hat im Laufe der Jahre gelitten und ist undicht geworden. Der Estrich hob sich, die Fliesen rissen und in einem Geräteraum hatte sich bereits Schimmel gebildet - ein dringender Fall für die Handwerker.

"Das Gebäude ist zwar im Eigentum der Stadt, doch die hat alle Gelder bereits anderweitig verplant - die Kassen sind leer", schildert SG-Kassierer Wolfgang Scharner. Daher war jetzt Eigenleistung von der Sportgemeinschaft gefragt. Der komplette Vorstand und die Altherren-Mannschaft krempelte die Ärmel hoch, die Männer griffen zu ihren Bohrhämmern und befreiten die Terrasse von 18 Kubikmetern Estrich und Fliesen.

"Eigenleistung konnten wir allerdings nur beim Abriss erbringen", berichtet Norbert Trippen (55), Vorsitzender der Fußballabteilung: "Das Anbringen der Schweißbahnen werden wir Fachfirmen überlassen müssen - alleine schon wegen der Gewährleistung." Genauso wird es bei der Verlegung der 30 mal 30 Zentimeter großen, rutsch- und frostfesten Natursteinplatten sein, auch die wird ein Experte übernehmen. Die Restarbeiten sollen innerhalb der nächsten Tage vorgenommen werden. Läuft alles nach Plan, will der Vorstand die große Terrasse am 6. oder 7. Mai wieder in Betrieb nehmen.

Das Geld für den Kunstrasenplatz ist damit aber erst einmal weg. Das Spielfeld, das 2003 im Sportpark am Türling angelegt wurde, muss erneuert werden, weil es in den vergangenen Jahren stark beansprucht wurde - vor allem von den jungen Teams. "Von 350 Mitgliedern sind 230 im jugendlichen Alter, sie spielen in elf Mannschaften", sagt der Chef der Fußball-Abteilung, die mit ihrer Ersten derzeit durch harte Zeiten geht. Denn 2015 wurde das Team stark gebeutelt, fast alle Stammspieler wechselten zu Nachbarvereinen. Da Aufgeben und Abmelden für die Orken-Noithausener keine Option waren, füllten sie die Reihen der Ersten Mannschaft mit Spielern aus der Zweiten und der Alten Herren auf und verpflichteten Trainer Ralf Koschut, der die Fußballer zum Durchhalten motiviert. "Der hat einen Orden verdient", meint Wolfgang Scharner.

In den nächsten Monaten sieht die SG keine Chance, den Kunstrasenplatz auf Vordermann zu bringen, da der Stadt das notwendige Geld fehlt. "Im Jahr 2018 werden wir aber wieder einen Antrag stellen", sagt Kassierer Scharner: "Vielleicht klappt es ja dann."

Quelle: NGZ
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