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Grevenbroich
Stadt baut Alu-Zelte für Flüchtlinge

Grevenbroich: Stadt baut Alu-Zelte für Flüchtlinge
FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. In etwa vier Wochen soll die erste Zeltstadt für Flüchtlinge in Grevenbroich bezugsfertig sein. Sie wird zurzeit vom Zeltebauer Georg Späth am Hagelkreuz errichtet. Von Wiljo Piel und Carsten Sommerfeld

Am Stadteingang, auf der großen Wiese am Hagelkreuz, werden zurzeit Leichtbauhallen aus Aluminium montiert. Der Noithausener Unternehmer Georg Späth errichtet mit seinen Mitarbeitern auf dem 4000-Quadratmeter-Areal eine Unterkunft, die Platz für maximal 160 Flüchtlinge bieten soll. Insgesamt werden vier Hallen aufgebaut, die beiden größten sind 50 Meter lang und 15 Meter breit. Innerhalb dieser Konstruktionen werden 25 Quadratmeter große "Zimmer" für jeweils bis zu vier Bewohner geschaffen. "Die fünf mal fünf Meter großen Kabinen werden über abschließbare Türen verfügen, zudem wird jede mit einem Fenster ausgerüstet", erläutert Späth. Auch Steckdosen und individuell zu regelnde Beleuchtungskörper seien in den Unterkünften vorhanden.

Eine etwas kleinere Halle ist für die Sanitäranlagen mit Duschen und Toiletten gedacht, die vierte soll künftig von Flüchtlingen als Aufenthaltsraum genutzt werden. "Mit herkömmlichen Zelten, wie man sie vom Schützenfest her kennt, haben diese Konstruktionen nichts zu tun", sagt Späth. Die Hallen verfügen über isolierte Wände und Böden - das einzige, was an ein Zelt erinnert, ist die Dachplane. "Die ist aber doppelwandig, so dass ein bis zu 60 Zentimeter dickes Luftpolster entsteht", schildert der 53 Jahre alte Chef des Unternehmens. Bevor die Böden in den Hallen verlegt werden können, muss das unebene Gelände noch nivelliert werden. Georg Späth rechnet damit, dass die Aufbauarbeiten in drei, spätestens vier Wochen abgeschlossen werden können. Die Hallen seien dann bezugsfähig, sagt er.

Fotos: Traglufthalle für Flüchtlinge in Düsseldorf aufgebaut FOTO: dpa, fg jai

"Wir setzen am Hagelkreuz jetzt das um, was der Stadtrat bereits vor Monaten beschlossen hat", sagt Bürgermeister Klaus Krützen. Er widersprach gestern den im sozialen Netzwerk Facebook kursierenden Gerüchten, dass die Leichtbauhallen mehr Asylsuchende als geplant beherbergen werden: "160 Menschen, das ist die maximale Zahl, die für diese Leichtbauhallen vorgesehen ist", betont der Verwaltungschef - und er stellt klar: "Diese Größenordnung steht - und wir werden auch nicht von ihr abrücken."

In unmittelbarer Nähe des Hallen-Standortes, an der Gillbachstraße, werden in Kürze die vorbereitenden Arbeiten für weitere Unterkünfte beginnen. In einem ersten Schritt wird die etwa 5000 Quadratmeter große Fläche erschlossen, unter anderem müssen Strom- und Wasserleitungen verlegt werden. In den nächsten Wochen werden auf dem Gelände sieben Wohncontainer-Einheiten aufgestellt, die maximal 100 Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf bieten sollen.

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Die Kosten für die beiden Projekte am Hagelkreuz und an der Gillbachstraße beziffert die Stadtverwaltung mit rund 5,2 Millionen Euro.

Quelle: NGZ
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