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Grevenbroich
Stadt gestaltet Weg am Flutgraben neu

Grevenbroich: Stadt gestaltet Weg am Flutgraben neu
Einige Bäume, fast ausschließlich Fichten, müssen für den neuen Weg gefällt werden. Doch Simon Schubert vom Gartenamt der Stadt betont, dass für den Weg möglichst wenige Bäume beseitigt werden. FOTO: Anja Tinter
Grevenbroich. Die Stadt hat gestern mit der 58.000 Euro teuren Neugestaltung des Fußweges entlang des Flutgrabens zwischen Kirmesplatz und Montzstraße begonnen. Der Weg soll so angelegt werden, dass möglichst wenige Bäume fallen müssen. Von Carsten Sommerfeld

Ein blauer Hubsteiger ist aufgefahren, eine Motorsäge kreischt. Im Auftrag der Stadt haben die Arbeiten für den neugestalteten Fußweg entlang des Flutgrabens zwischen Platz der Republik und Montzstraße begonnen. In drei Wochen soll das mit Mitteln aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) finanzierte Projekt abgeschlossen sein. So lange bleibt der Weg mit Gitterzäunen gesperrt.

Während am nördlichen Ende die Arbeiter mit ihrem Gerät am Werk sind, herrscht am südlichen Ende am Platz der Republik zwischen mächtigen Buchen, Linden und Ahorn-Bäumen - trotz der Nähe des großen Parkplatzes - fast idyllische Ruhe. Ein schmaler Trampelpfad zieht sich am Ufer des Flutgrabens entlang. Simon Schubert vom Gartenamt der Stadt holt einen Plan hervor. "Es geht bei diesem Projekt um Vernetzung. Wir schaffen mit diesem Weg eine attraktive fußläufige Verbindung vom Bahnhofsviertel in Richtung Bend", erklärt Schubert. Der Weg führt am Rand des Platzes der Republik entlang, der Blick geht auf viele Gärten und auf das Wasser des Grabens - ein ruhiges Fleckchen Erde nicht weit von der vielbefahrenen Montzstraße und der Bergheimer-Straße.

So unauffällig der Weg auch ist, genutzt wird er bereits seit langem. Heike Gottesknecht stand gestern verwundert am Absperrgitter, musste mit Hund "Bubu" einen anderen Weg nehmen. "Viele sind mit ihren Hunden am Flutgraben unterwegs", weiß sie. Dass nun Bäume fallen sollen, findet die Grevenbroicherin schade: "Die Natur wird doch genug kaputtgemacht."

Doch Schubert betont: "Wir achten darauf, dass möglichst wenige Bäume gefällt werden müssen." Das markante Ensemble mit den hohen Laubbäumen zur Graf-Kessel-Straße hin bleibt erhalten. "Wir legen dort den neuen Weg, im Gegensatz zu heute, ein Stück vom Ufer entfernt an, damit mehr Bäume stehenbleiben können", betont er.

Eine Änderung zu den ursprünglichen Plänen: Zunächst war ein 2,50 Meter breiter, asphaltierter Fußweg vorgesehen - 21 Bäume hätten weichen müssen. Nach Protesten fiel die Entscheidung für einen nur 1,80 Meter breiten Weg ohne Einfassung mit wasserlöslichem Belag, ähnlich wie in Parks. Nun wird an deutlich weniger Bäumen, laut Stadt zwölf, die Motorsäge angesetzt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Sieben Fichten und ein Ahorn stehen im Weg, die übrigen werden laut Schubert aus Verkehrssicherungsgründen gefällt, weil sie geschädigt seien. Am südlichen Wegende ist eine Buche mit einem pinkfarbenen Kreuz, dem Zeichen zum Fällen, versehen.

"Der Baum ist morsch", begründet Schubert. Bei einigen "Wackelkandidaten" habe die Stadt ein Fachunternehmen hinzugezogen. "Erfreulicherweise können die von ihm geprüften Bäume alle stehenbleiben", sagt Schubert. Bei zwei Bäumen bleiben die Stämme als sogenannte Spechtbäume erhalten - "das ist ein wertvolles Refugium für Vögel, Insekten und andere Tiere", erläutert der Mitarbeiter der Stadt.

Bei etlichen Bäumen steht im Rahmen der Arbeiten eine Kronenpflege an. "Das tut den Bäumen gut", sagt Simon Schubert.

Quelle: NGZ
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