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Grevenbroich
Stadt lässt kranke Bäume fällen

Grevenbroich. Bürger kritisieren, dass Bäume an mehreren Stellen im Stadtgebiet gefällt wurden. Das Grünflächenamt stellt klar, dass gehandelt werden musste.

Kurz nach dem Aufstehen war für Anita Appel der Tag schon gelaufen. Als die Anwohnerin der Lindenstraße gestern Morgen aus dem Fenster schaute und Mitarbeiter einer Forstbaufirma beobachtete, traute sie ihren Augen nicht: "Plötzlich fangen die an, die Bäume an unserer Straße abzusäbeln", schildert die 62-Jährige empört. Anita Appel und ihre Nachbarn fragen sich nun, ob das alles sein muss - zumal die in der Nähe des Partnerschaftsknotens stehenden Bäume augenscheinlich in einem gesunden Zustand gewesen seien.

Der Grund für die Empörung: Die Stadtverwaltung hat eine Firma damit beauftragt, die zwischen Rheydter- und Lindenstraße stehenden Bäume zu begutachten und zu beschneiden. "Dabei stellte sich heraus, dass die Kronen einiger Exemplare in einem sehr schlechten Zustand waren", erklärt Stadtsprecher Andreas Sterken. Bedingt durch Orkanschäden seien sie zum Teil nur noch zur Hälfte vorhanden gewesen. "Sie wirkten daher wie ein Segel, so dass sie beim nächsten Sturm eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen würden", betont Sterken. Um Gefahren zu vermeiden, seien diese Bäume abgeholzt worden. Ersatzpflanzungen, so der Rathaussprecher, seien jedoch vorgesehen.

Gleiches gelte auch für vier Bäume auf dem Elsener Kirmesplatz, deren Verlust ebenfalls von Anliegern beklagt wurde. Zudem wurden an der Bushaltestelle Rheydter Straße/Goethestraße zwei Bäume beseitigt. Brigitte Laurenz vom Grünflächenamt stellt klar, dass auch diese sechs Bäume nicht gesund waren, zum Teil seien noch Spätfolgen von Sturmtief "Ela" festgestellt worden. "Wir hatten keine Chance, die Bäume mit baumchirurgischen Maßnahmen zu erhalten", sagt Laurenz. "Leider sind viele Schäden für Laien oft nicht leicht zu erkennen, so dass dann schnell der Irrtum vorherrscht, es habe sich um gesunde Bäume gehandelt." Ersatz wird es in Elsen nur in einem Fall geben. "Wir werden einen neuen Ahornbaum pflanzen", sagt Laurenz. An den anderen Stellen hätten die Bäume zum Teil ohnehin viel zu dicht nebeneinander gestanden.

(wilp/abu)
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