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Grevenbroich
Stadt lehnt flexiblere Öffnungszeiten in den Tagesstätten ab

Grevenbroich. Die Stadt lehnt flexiblere Öffnungszeiten in ihren Kindertagesstätten ab. Es gebe dafür keinen Bedarf, so der Erste Beigeordnete Michael Heesch.

Die FDP hatte angeregt, dass sich die Stadt an dem mit 100 Millionen Euro ausgerüsteten Förder-Programm "Kita plus" der Bundesregierung beteiligen soll. Zu einem familienfreundlichen Angebot einer Kommune gehöre auch eine qualifizierte Kinderbetreuung in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, argumentierte Fraktionschef Markus Schumacher. Er hatte um eine Prüfung gebeten. Die Verwaltung sollte herausfinden, in welchen Stadtteilen eine flexiblere Betreuungszeit in den Kitas gewünscht wird. Sollte der Bedarf vorhanden sein, müsse anschließend ermittelt werden, ob Grevenbroich an dem Förderprogramm teilnehmen kann.

Doch der Wunsch nach zusätzlichen Betreuungsangeboten sei bisher nur selten geäußert worden, reagiert jetzt Michael Heesch auf den Antrag der FDP. Es seien lediglich Einzelfälle - "maximal einmal jährlich" - gewesen, die aber durch die Kindertagespflege abgedeckt werden konnten.

Ohnehin zweifelt der Erste Beigeordnete daran, dass die Kitas personell in der Lage seien, um flexiblere Öffnungszeiten anbieten zu können. Aktuell würden fünfeinhalb Vollzeitkräfte in den 16 Einrichtungen fehlen. Zwar würde der Bund die erforderlichen Fachkräfte finanzieren - allerdings nur bis 2018. "Es ist fraglich, ob wir das Personal dann über diesen Zeitraum hinaus beschäftigen dürfen", so Heesch. Er selbst hält dies "vor dem Hintergrund des restriktiven Sanierungsplanes der Stadt", der bis zum Jahr 2024 läuft, für unwahrscheinlich. Außerdem würden sich erhöhte Kosten auch bei den Elternbeiträgen bemerkbar machen. "Denn die Haushaltssanierungsvorgaben verpflichten uns dazu, 19 Prozent der Betriebskosten über Elternbeiträge zu decken", so Heesch.

Das Thema wird dem Jugendhilfeausschuss am 3. März vorgelegt. Eine Debatte zum FDP-Antrag ist nicht vorgesehen.

(wilp)
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