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Grevenbroich
Stadt muss jetzt weitere Flüchtlingskinder unterbringen

Grevenbroich: Stadt muss jetzt weitere Flüchtlingskinder unterbringen
Die jugendlichen Asylbewerber lernen bereits Deutsch. FOTO: NGZ-Foto. L. berns
Grevenbroich. Die Stadt rechnet damit, dass sie in den nächsten Wochen an der Bergheimer Straße erheblich mehr minderjährige Flüchtline, die ohne Eltern in Deutschland ankommen, unterbringen muss. In diesen Tagen werden - zusätzlich zu den jetzt 22 - weitere acht Jugendliche erwartet, bis Monatsende rechnet Jugendfachbereichsleiterin Birgit Schikora, dass die Zahl im Stadtgebiet auf "insgesamt bis zu 70 steigen könnte."

Das Jugendamt ist zurzeit verpflichtet, alle allein kommenden Jugendlichen in Obhut zu nehmen, die in Grevenbroich erstmals registriert werden - durch die Erstaufnahmestelle des Kreises in der Turnhalle des Berufsbildungszentrums ist diese Zahl laut Erstem Beigeordneten Michael Heesch deutlich gestiegen. Kreisdirektor Dirk Brügge hatte eingeräumt, dass die Stadt belastet sei, aber auch andere Kommunen seien betroffen. Heesch betont dagegen: "Nach Neuss mit 58 muss Grevenbroich mit 46 Jugendlichen kreisweit die zweitgrößte Anzahl betreuen." Zwar erhalte die Stadt Sachkosten dafür erstattet, nicht aber Personalkosten für zwei zusätzlich erforderliche Sozialpädagogen - rund 100 000 Euro im Jahr.

Vor einer Woche hatte die Verwaltung kurzfristig die Turnhalle der Realschule an der Bergheimer Straße zur Schutzstelle für bis zu 50 Jugendliche umfunktioniert. Wir prüfen, ob wir weitere Schulräume nutzen können", so Heesch. Mittlerweile wurde ein Aufenthaltsraum mit Fernseher geschaffen. Marleen Fabian vom freien Jugendträger Kompass gibt Deutschunterricht. Die Stadt sucht nun für die Jugendlichen dauerhafte Unterbringungsmöglichkeiten etwa in Heimen und Wohngruppen, "doch zurzeit sind alle Plätze belegt", so Schikora.

Künftig Entlastung bringen soll eine Gesetzesänderung zum 1. November, nach der der Landschaftsverband unbegleitete Minderjährige gleichmäßiger auf Kommunen verteilt. Doch laut Birgit Schikora werden nach derzeitigem Stand die bis dahin Aufgenommenen dabei nicht berücksichtigt, für sie sei weiter die Stadt zuständig.

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(cso-)
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