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Grevenbroich
Stadt plant weitere Unterkunft für Flüchtlinge in Neukirchen

Grevenbroich: Stadt plant weitere Unterkunft für Flüchtlinge in Neukirchen
Die Stadt sucht nach weiteren Flüchtlingsunterkünften. Auch am Mühlenhof in Neukirchen sollen Asylsuchende untergebracht werden. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. In seinem Heimatort Neukirchen sollen weitere Flüchtlinge untergebracht werden. Das sagte jetzt Bürgermeister Klaus Krützen im Gespräch mit Redaktionsleiter Ludger Baten auf dem blauen NGZ-Sofa.

Auf einem stadteigenen Gelände am Mühlenhof ist eine Unterkunft geplant, in der mindestens 100 Asylsuchende ein Obdach finden sollen. Die endgültige Größe stehe noch nicht fest, sagte Krützen. Zurzeit leben 44 Flüchtlinge in Neukirchen.

Die insgesamt 450 Menschen fassenden Notunterkünfte in der Alten Feuerwache sowie in den Turnhallen am Schlossstadion und am Berufsbildungszentrum sind momentan nicht belegt. Grevenbroich beherbergt damit derzeit rund 800 Flüchtlinge. Weil das "Worst Case"-Szenario der Stadt davon ausgeht, dass in diesem Jahr viele hundert weitere Menschen aufgenommen werden müssen, sucht die Verwaltung nach zusätzlichen Standorten. "Da alleine 350 Flüchtlinge im Süden Grevenbroichs leben, konzentrieren wir uns nun auf die nördlichen Stadtteile", sagte Krützen.

Weitere Unterkünfte am Hagelkreuz und an der Gillbachstraße habe die Stadt bereits im Dezember vorgestellt, sagte der Bürgermeister, gleiches gelte für die Konrad-Thomas-Straße in Elsen. Wobei Krützen die Frage stellt, ob dort eine Container-Siedlung für 160 Menschen angemessen sei - "vielleicht geht es auch mit 120". Trotz Kritik aus der Bevölkerung will er aber an diesem Standort festhalten. "Würden wir Abstand von solchen Projekten nehmen, wären wir schnell dabei, wieder Turnhallen oder andere Gebäude belegen zu müssen", so Krützen.

Insgesamt will der Bürgermeister zu einer gerechteren Verteilung der Flüchtlinge in Grevenbroich kommen. "In Kapellen und Hemmerden sind noch keine Asylsuchenden untergebracht worden, in Wevelinghoven und Neukirchen nur wenige", betonte Klaus Krützen. Doch nicht überall ließen sich Unterkünfte realisieren. In Kapellen etwa verfüge die Stadt über keine eigenen Flächen, die zu vertretbaren Kosten erschlossen werden könnten. "Und verhandeln wir mit Landwirten oder anderen Eigentümern, schießen die Preise exorbitant nach oben", so der Bürgermeister.

Obwohl der Noithausener Kirmesplatz schon im Gespräch war, sollen die Festwiesen im Stadtgebiet nach dem jetzigen Stand nicht mit Unterkünften belegt werden. Dieses Signal habe Krützen den heimischen Bruderschaften, Schützen- und Kirmesvereinen gegeben.

(wilp)
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