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Grevenbroich
Stadt schafft kurzfristig Platz für 150 Flüchtlinge

Düsseldorf: Hier sollen Flüchtlinge untergebracht werden
Düsseldorf: Hier sollen Flüchtlinge untergebracht werden FOTO: dapd, dapd
Grevenbroich. Die Turnhalle am Schlossstadion und der Saal der Alten Feuerwache werden von heute auf morgen zu Notunterkünften umfunktioniert. Von Wiljo Piel

Die Stadt muss bis heute, 18 Uhr, eine Erstaufnahmestelle des Landes für 150 Flüchtlinge einrichten. Dazu wurde sie gestern von der Bezirksregierung Arnsberg aufgefordert. Sozialdezernent Claus Ropertz und sein Team handeln zurzeit unter Hochdruck: Der Saal der Alten Feuerwache und die Turnhalle am Schlossstadion müssen kurzfristig zu Unterkünften umfunktioniert werden. Dort sollen die ersten Flüchtlinge am Abend einquartiert werden. 150 Betten wurden in Norddeutschland geordert.

"Für dieses außergewöhnliche Ereignis haben wir eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Aufnahme der Menschen koordiniert und die ersten Aufenthaltstage detailliert durchorganisiert", berichtet Claus Ropertz. Nach den Plänen der Stadt werden vor der Alten Feuerwache mehrere Zelte aufgebaut, in denen die Flüchtlinge empfangen, registriert und anschließend von Mitarbeitern des Kreisgesundheitsamtes untersucht werden. Auch das Team des Krankenhauses steht bereit, falls weitergehende Gesundheits-Checks erforderlich sein sollten.

Übersicht: So viele Flüchtlinge mussten Städte aufnehmen

Entgegen bisherigen Äußerungen, wonach eine Unterbringung in Sporthallen nicht in Frage kommt, sieht sich die Stadt gezwungen, angesichts der zeitlichen Dramatik und der großen Zahl von Flüchtlingen davon abzuweichen. Noch ist allerdings unklar, wie viele Menschen heute in der Stadt ankommen werden, ebenso ist deren Nationalität noch nicht bekannt.

"Wir wollen zunächst die Alte Feuerwache mit 75 Personen belegen", sagt Ropertz: "Dort sind Waschgelegenheiten hinreichend vorhanden." Die andere Hälfte der Flüchtlinge wird ihr Quartier in der nahegelegenen Turnhalle beziehen, in der es auch Duschen gibt. Für die Verpflegung wird die Küche des Kreiskrankenhauses sorgen, die Mahlzeiten werden in einem Saal des Alten Schlosses ausgegeben. Dort sollen sich die Flüchtlinge tagsüber auch aufhalten. Rund um die Uhr wird in den Unterkünften eine Brandschutzwache organisiert.

In Zahlen: Flüchtlinge pro Stadt FOTO: RP

Wegen der großen Zahl an Flüchtlingen, die nach Nordrhein-Westfalen kommen, ist die Stadt - wie Dormagen - zu einer zentralen Erstaufnahmestelle geworden. "Da die Landesstellen voll sind, wurden wir zur Amtshilfe verpflichtet", sagt der Sozialdezernent. Von Grevenbroich aus werden die Flüchtlinge anderen Städten und Gemeinden zugewiesen. Die Unterkünfte müssen für drei Wochen bereitgehalten werden, doch angesichts des nicht abebbenden Flüchtlingsstroms geht Claus Ropertz davon aus, dass sie auch für längere Zeit in Anspruch genommen werden könnten. Die in der Alten Feuerwache geplanten Veranstaltungen wurden bereits abgesagt, zudem fällt die Turnhalle für den Sport weg.

Trotz der neuen Entwicklung wird sich der Rat in seiner morgigen Sondersitzung mit neuen Flüchtlingsunterkünften im Stadtgebiet beschäftigen. "Wir werden weiterhin Asylbewerber in unserer Stadt aufnehmen müssen. Dafür gilt es adäquaten Platz zu schaffen", so Ropertz. Die Politik muss entscheiden, ob sie eine Unterbringung in Containern bevorzugt oder in einem festen Wohnheim, wie es für das Bahnhofsviertel geplant ist.

2014: So viele Flüchtlinge sind in NRW-Einrichtungen untergebracht
Quelle: NGZ
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