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Grevenbroich
Stadt setzt auf Bürger beim Kampf gegen Müll

Grevenbroich. Nach den Beschwerden über Abfall im Stadtgebiet wird im Rathaus an die Bürger appelliert. Gefordert wird ein größeres Umweltbewusstsein. Von Andreas Buchbauer

Wenn es um wilden Müll und achtlos in die Landschaft geworfenen Abfall geht, findet Peter Mühlenbruch deutliche Worte. "Ich beschäftige mich seit 1991 beruflich mit dem Thema - und seitdem gewinnt es immer mehr an Dynamik", sagt der Leiter des Fachbereichs Bauen, Garten und Umwelt. Erst am Wochenende hatte es wieder Beschwerden über Müll auf Grünflächen gegeben. Die Gustorfer Höhe gehört längst zu den Sorgenkindern im Rathaus. "Aber nur, indem wir immer wieder ausrücken und den Müll wegräumen, bekommen wir das Problem nicht in den Griff", betont Mühlenbruch. "Wir brauchen ein stärkeres Umweltbewusstsein. Unsere Grünflächen stehen in der Stadt für Lebensqualität. Wer dort einfach seinen Müll hinschmeißt, mindert diese Lebensqualität."

Müll, der nicht in der dafür vorgesehen Tonne landet, mindert aber nicht nur die Lebens- und Freizeitqualität, sondern kostet jeden einzelnen Bürger auch Geld. Rund vier Millionen Euro fallen für den Unterhalt der Grünflächen und des Bends pro Jahr an. "Ein Viertel wird dafür verwendet, die Stadtteile vom Müll frei zu halten", sagt Mühlenbruch. "Wenn das Umweltbewusstsein der Bürger ausgeprägter wäre, könnten wir locker 60 Prozent sparen und das Geld anderweitig investieren." Klaus Gähl, Leiter des Fachbereichs Umweltschutz, weist zudem auf die Folgen für die Natur hin. Gerade bei wilden Müllkippen werde oft rücksichtslos Unrat abgeladen. "Spricht man die Übeltäter an, haben diese noch nicht mal ein Unrechtsbewusstsein", sagt Gähl. "Und generell sind die Täter schwer zu kriegen."

Denn erstens werde die Stadt meist erst informiert, wenn der Müll schon einige Tage in der Natur liegt. "Da wird dann gerne auf die Stadt geschimpft, weshalb wir den Abfall noch nicht beseitigt haben", sagt Gähl. "Aber wir können nicht jede Facebook-Gruppe im Auge behalten, ob irgendwo Probleme mit wildem Müll auftauchen." Zudem fehle es - zweitens - an sozialer Kontrolle. Dezernent Claus Ropertz würde sich mehr bürgerschaftliches Engagement wünschen. "Wenn jemand beobachtet, dass Müll einfach auf die Straße geworfen wird, kann er den Verursacher auch einfach mal ansprechen", meint er. "In meiner Jugend wurde dann zum Beispiel gesagt: ,Du hast da was verloren' - und man fühlte sich erwischt und beseitigte den Müll."

Peter Mühlenbruch appelliert daher an die Bürger. Nur gemeinsam könne man das Müllproblem in der Stadt in den Griff kriegen. "Die Parks sind so etwas wie das grüne Zimmer für die Bürger. Dort treffen sie sich bei gutem Wetter zum Grillen oder zum Picknick", sagt er. Leider werde es aber immer mehr zur Unsitte, dass der dabei entstehende Abfall einfach zurückgelassen wird. "Und dann wird die Stadt als eine Art Nanny gerufen und geschimpft, warum das grüne Zimmer noch nicht aufgeräumt ist."

Quelle: NGZ
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