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Grevenbroich
Stadt soll Bürgern bei der Laubflut helfen

Grevenbroich: Stadt soll Bürgern bei der Laubflut helfen
Mehrere Kubikmeter Laub fegt Michael Felder im Herbst von den städtischen Platanen zusammen, die vor seinem Haus stehen. Doch wohin damit? Die Stadt prüft, ob Behälter an einigen Standorten Abhilfe schaffen können. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Viele Grevenbroicher wissen zurzeit nicht wohin mit dem Herbstlaub von städtischen Bäumen. Ralf Cremers, Vorsitzender des Ausschusses für Landschaftspflege, macht sich für Behälter an besonders betroffenen Orten stark Von Carsten Sommerfeld

Der Rechen und der Laubbläser kommen bei Michael Felder zurzeit jeden Tag zum Einsatz. Sechs Platanen stehen vor und nahe seinem Haus An der Untermühle. "Das sind große, schöne Bäume, aber sie werfen im Herbst unglaublich viel Laub ab", erklärt der 48-Jährige, der vor einem Problem steht: Wohin mit all den Blättern? Kein Einzelfall: "Es gibt viele Ecken in der Stadt, wo die Anwohner im Herbst im Laub städtischer Bäume versinken", weiß Ralf Cremers (CDU). Der Vorsitzende des Ausschusses für Landschaftspflege und Umweltschutz sieht Handlungsbedarf. Er schlägt vor, dass die Stadt an besonders betroffenen Stellen Behälter aufstellt, die die Bürger mit dem Laub von Stadtbäumen füllen können.

Klar ist: Im Herbst kommt auf viele Grevenbroicher jede Menge Arbeit zu. Laut Reinigungssatzung der Stadt müssen sie Gehwege - und oft die Fahrbahn - sauber halten und damit auch vom Herbstlaub befreien. "Bei sechs Platanen kommen da mehrere Kubikmeter zusammen", schildert Felder. "Unsere Biotonne ist nach zwei Tagen voll. Kompostieren kann man die Platanenblätter schlecht, weil sie langsam verrotten. Wenn ich aber die Blätter auf einen Haufen kehre, bläst der Wind sie schnell davon", berichtet er. Wie Felder wissen viele Grevenbroicher nicht, wo sie all die Blätter städtischer Bäume - neben denen ihres eigenen Grüns - entsorgen sollen. "Da kommen zum Teil gigantische Mengen zusammen, beispielsweise an der Josef-Thienen-Straße in Kapellen", sagt Cremers. Anlieger von mehreren Straßen hätten sich bei ihm beschwert. "Sie sind bereit, der Reinigungspflicht nachzukommen - aber an Stellen, wo Bürger über die Maßen belastet sind, sollte die Stadt helfen und Behälter aufstellen", so Cremers.

Ein Vorbild dafür könnte Dormagen sein. Seit Jahren stellt der Baubetriebshof 1,60 mal 1,60 Meter große Laubkörbe aus Holz an den Straßenrändern fürs Herbstlaub städtischer Bäume auf - insgesamt 150. "Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht", sagt Baubetriebshofsleiter Bernd Lewerenz. In Jüchen bietet die Gemeinde kostenlose Grünabfall-Sammlungen an fünf Orten an. "Das wird hervorragend angenommen", so Gemeindesprecher Norbert Wolf. Allerdings müssen die Bürger das Material zu den Sammelstellen transportieren. Laubkörbe oder zentrale Sammelorte gibt es in Grevenbroich nicht, aber "wir bieten im Frühjahr und Herbst nach Terminabsprache mit dem Entsorger einen festen Abholtermin für loses Laub und Strauchschnitt an. Das klappt gut", sagt Stadtsprecher Andreas Sterken. "Außerdem besteht die Möglichkeit, für 25 Euro im Jahr eine zweite Biotonne zu bestellen."

Ralf Cremers meint dazu: "Oft reicht auch eine zweite Tonne bei weitem nicht." Und bei den Abholterminen stelle sich die Frage, "wo all das Laub bis dahin deponiert werden soll". Nach Auskunft von Sterken wird die Verwaltung den Vorschlag von Cremers prüfen. Allerdings wird im Rathaus befürchtet, dass so mancher die Behälter mit anderem Abfall - etwa Hausmüll - befüllt. "Aus diesem Grund haben wir in Waldgebieten viele Papierkörbe abgebaut", so Sterken.

Quelle: NGZ
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