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Grevenbroich
Stadt sucht Lieferanten für Kita-Essen

Grevenbroich. Tatsache ist: Die Grundlagen für ein in jeglicher Hinsicht "gesundes" Essverhalten werden in der Kindheit gelegt. Deshalb ist für Eltern bei der Wahl der Kita auch die Verpflegung ein wichtiger Aspekt. In Grevenbroich wurde das Mittagessen in den Kindergärten bislang vom Kreiskrankenhaus geliefert. Wegen Umstrukturierungsmaßnahmen gibt das St. Elisabeth seine Küche nun aber Ende Februar 2017 auf.

Für neun städtische Tageseinrichtungen bedeutet das: Kein warmes Essen aus der Grevenbroicher "Klinik-Küche" mehr. Das Kreiskrankenhaus bietet alternativ die Anlieferung kalter Speisen aus dem Krankenhaus Dormagen im sogenannten "Cook and Chill-Verfahren" an. Von der Verwaltung wollte die SPD jetzt wissen, ob damit Qualität und Lieferung sichergestellt werden können. Im Jugendhilfeausschuss am kommenden Donnerstag wird der Fachbereich "Jugend" dazu Auskunft geben. So viel aber vorab: Die Stadt geht im Ergebnis sogar von einer Qualitätssteigerung aus.

Das Kreiskrankenhaus beliefere die städtischen Kindertageseinrichtungen seit Jahren mit gleichbleibend guter Qualität - pünktlich und vorschriftsmäßig, heißt es in der schriftlichen Antwort der Verwaltung. Im März sei das Jugendamt zu einer Probeverkostung eingeladen worden. Vorab wurde das "Cook and Chill-Verfahren" erläutert. Dabei wird das Essen bis zu 70 Prozent fertig gegart, dann in eigens dafür vorgesehenen wiederverwertbaren Behälter verschlossen und im Anschluss auf drei Grad heruntergekühlt. Ist es ausgeliefert, wird es vor Ort in Konvektomaten aufgewärmt. Die Leiter der neun städtischen Kitas und die zuständige Verwaltungsmitarbeiterin hätten das Essen im Anschluss probiert, sagt die Stadt. Und: "Alle Beteiligten betonten die geschmackliche Qualitätssteigerung.".

Mit Vertretern des Krankenhauses will die Verwaltung die Kitas demnächst begehen, um nach geeigneten Standorten für die Konvektomaten zu suchen. Wegen Platzmangels, heißt es schon jetzt, werde das Verfahren aber vermutlich nicht in allen Einrichtungen umsetzbar sein. Weil die Mittagsverpflegung in Kindertageseinrichtungen Pflicht ist, muss die Politik nun fix nach alternativen Lösungen suchen. Ein Arbeitskreis aus verschiedenen Bereichen der Verwaltung bereitet derzeit eine europaweite Ausschreibung vor. Diese, heißt es, sei allerdings ultima ratio. Die Kita-Fördervereine, sagt die Stadt, hätten sich gegen eine eigene Sicherstellung der Mittagsverpflegung ausgesprochen. Und auch die Elternvertreter seien einvernehmlich für den weiteren Bezug der Mittagsverpflegung aus dem Kreiskrankenhaus.

(juha)
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