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Grevenbroich
Stadt will Bus-Angebot verbessern

Grevenbroich: Stadt will Bus-Angebot verbessern
FOTO: Berns Lothar
Grevenbroich. Stadtverwaltung und Busverkehr Rheinland haben Verbesserungen beim Stadtbus geprüft - etwa einen Kleinbus zwischen Neukirchen, City und Elsen. Nun soll sich ein Arbeitskreis damit befassen. Von Carsten Sommerfeld

Nach der Verärgerung von Fahrgästen über den Stadtbus reagiert die Verwaltung. Dezernent Claus Ropertz schlägt dem am Dienstagabend tagenden Planungsausschuss die Einrichtung eines "Arbeitskreises ÖPNV" mit Vertretern aus Politik, Rathaus und der Verkehrsunternehmen vor. Mit dem Gremium soll "schneller und konkreter auf Hinweise von Störungen" reagiert werden. Zudem soll der Arbeitskreis sich beispielsweise mit "Erweiterungen im ÖPNV-Netz" und unterschiedlichen Varianten befassen. Anlass für den Ärger waren Fahrgäste mit Kinderwagen, die auf der Linie 891 nach Neurath wiederholt draußen bleiben mussten.

Klar ist: Die Linie 891 ist nicht die einzige anstehende "Baustelle". "Der Arbeitskreis sollte sich mit dem Bus-Angebot in der Stadt beschäftigen - und als erstes mit der Anbindung der Außenbereiche, etwa Neukirchen und Gustorf", sagt Ausschussvorsitzender Wolfgang Kaiser (CDU). "In 40 Jahren seit der Kommunalreform ist es nicht gelungen, eine gute Anbindung von Neukirchen zur Innenstadt zu schaffen", so Kaiser. Eine durchgehende Verbindung fehlt, Fahrgäste müssen umsteigen, um in die City zu gelangen. Unter anderem für diese Verbindung hat der BVR Lösungsmöglichkeiten geprüft - einschließlich einer ebenfalls wiederholt geforderten Anbindung von Elsen/Fürth. Ein Kleinbus könnte morgens und nachmittags zwischen Neukirchen, Stadtmitte und Elsen/Fürth fahren. Ein Vorteil: Ein solcher Bus mit rund 15 Plätzen ist preiswerter und verbraucht weniger. Doch es gibt Hürden. Beim BVR wird befürchtet, dass bei den Fahrten Richtung City die Kapazität eines Busses mit lediglich etwa 15 Sitzplätzen nicht ausreicht. Zudem haben laut Stadt erste Gespräche ergeben, dass es etwa bei der Verkehrsgesellschaft Kreis Neuss und der Stadt Neuss - aus der Nachbarkommune fahren mehrere Busse nach Grevenbroich - Bedenken gibt. Vermutlich, so heißt es in der Verwaltungsvorlage, müsse Grevenbroich die Kosten für die Kleinbus-Linie nach Neukirchen und Elsen, 300.000 Euro im Jahr, selbst tragen. Vor zwei Jahren hatte der Planungssauschuss aus Kostengründen eine Anbindung von Elsen/Fürth an die Linie 892 abgelehnt - sie hätte lediglich 6000 Euro im Jahr gekostet.

Nach Vorschlag aus dem Rathaus soll der Planungsausschuss nun der Verwaltung den Auftrag erteilen, in Zusammenarbeit mit BVR, Verkehrsgesellschaft Kreis Neuss und Stadt Neuss ein Konzept für eine zusätzliche Stadtbus-Linie mit einem Kleinbus zu erteilen. Keine Lösung für Neukirchen ist aus Sicht von Stadt und BVR übrigens ein von Ehrenamtlern gesteuerter Bürgerbus mit acht Fahrgast-Plätzen - der sei vielmehr für die Anbindung abgelegener Ortsteile ans Liniennetz gedacht.

Auch eine andere Verbesserung hat der BVR geprüft. Bürger und Politiker fordern eine Verbindung von Neuenhausen bis Gindorf (Zur Wassermühle"). Eine Lösung könnte eine Ringlinie zwischen Elsen/Fürth, Gustorf, Neuenhausen, Südstadt, City, Orken, Elsen/Fürth sein. Doch auch die würde erheblich kosten: 280.000 Euro im Jahr.

Kritik an der Verwaltungsvorlage hat Wolfgang Kaiser. "Die Vorlage ist meiner Ansicht nach noch unausgegoren, da sind viele Fragen etwa zu den Kosten offen", so der Vorsitzende. Und SPD-Ratsherr Daniel Rinkert erklärt: "Bevor an konkreten Linienänderungen gearbeitet wird, sollte man sich das gesamte Liniennetz ansehen. Vielleicht ist ein Ringbus-System, das alle Stadtteile anbindet, eine Lösung. Wir sollten etwas größer und auch mal quer denken."

Quelle: NGZ
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