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Grevenbroich
Stadt will Rundweg nach französischem Vorbild

Grevenbroich: Stadt will Rundweg nach französischem Vorbild
Der Marktplatz ist Halt für Radwanderer. Auf dem markierten Rundgang könnten sie, in der Fußgängerzone allerdings nur zu Fuß, die City erkunden. FOTO: LBer
Grevenbroich. Bürgermeisterin Kwasny plant einen Rundweg in der City mit Pflaster-Symbolen, die zu Sehenswürdigkeiten führen. Vorbild ist Dijon. Von Carsten Sommerfeld

Die Grevenbroicher können von Frankreich lernen. Das meint Ursula Kwasny mit Blick auf Dijon. Durch die 150 000-Einwohner-Stadt in Burgund zieht sich "Le Parcours de la Chouette", der Rundgang der Eule führt in 22 Etappen zu vielen Sehenswürdigkeiten. Als Weg-Hinweis sind in regelmäßigen Abständen Eulen-Figuren aus Messing ins Pflaster eingelassen, ein in elf Sprachen erhältliches Heft gibt an den Stationen Infos. Ein solcher markierter Rundweg für Touristen sei auch etwas für Grevenbroich, meint Kwasny. "Hier kommen beispielsweise viele Radwanderer vorbei und möchten sich die Stadt ansehen", wirbt sie für die Idee. Nur: Statt der Eule, die sich auf eine Steinfigur in der Kirche Notre-Dame in Dijon bezieht, muss in Grevenbroich ein anderes Symbol her.

Der Nachtvogel hat Kwasny selbst vor einiger Zeit durch Dijon, 240 Kilometer von Grevenbroichs Partnerstadt St. Chamond entfernt, geleitet. "Wir hatten ein kleines Heft mit Informationen zu den Gebäuden dabei", erzählt die Dijon-Besucherin. Touristen und Übernachtungsgäste gibt es auch in Grevenbroich: 2013 wurden in Hotels und Pensionen immerhin 62 000 Übernachtungen gezählt, rund zwei Drittel der Gäste kommen aus dem Ausland. Sie könnten auf dem Rundweg Grevenbroich kennenlernen. Ein Vorteil: Der Tourist ist nicht auf eine Führung angewiesen, sondern kann die Stadt auf eigene Faust erkunden, seinen Rundgang auch mal unterbrechen. Und an Sehenswürdigkeiten für einen historischen Rundweg hat die City vom Alten Schloss über den Finlay-Park bis zum früheren Wohnhaus von Vinzenz von Zuccalmaglio einiges zu bieten. Startpunkt könnte der Marktplatz sein.

Allerdings müssen die Grevenbroicher bei der Realisierung wohl einen anderen Weg einschlagen als Dijon. "Die dort ins Pflaster eingelassenen Platten werden bei uns nicht möglich sein, da der Rundgang auch über Privatgrund führen würde. Aber wir könnten die Symbole mit Farbe auf den Gehweg sprühen", schlägt Kwasny vor. Ein solcher markierter historischer Rundgang sei zudem mit wenig Aufwand verbunden. Sie hat Stadtmarketing-Mann Robert Jordan beauftragt, weitere Überlegungen anzustellen. Eine Vorarbeit ist bereits geleistet: Die Stadt hat jetzt den Flyer "Historischer Rundgang" herausgegeben. Der Weg durch die City ist 2,2 Kilometer lang, für zwölf Stationen gibt es Erläuterungen.

Bleibt die Frage, welches Symbol Stadtbesucher leiten soll. Das könnte laut Kwasny etwa das Landesgartenschau-Logo sein. Aber auch andere andere Motive sind denkbar: ein Brikett als Symbol für die Energiegewinnung oder ein Apfel als Symbol für viele in Grevenbroich gezüchtete Apfelsorten.

Verkehrsvereins-Vorsitzender Walter Flöck hält den markierten Rundweg "für eine gute Idee". Er kennt solche Rundgänge auch aus Metz und anderen Städten. Kwasnys Vorschlag könnte die Bemühungen des Vereins ergänzen - der hat seine Tourist-Information am Markt eröffnet und plant mit Sponsoren-Hilfe neue Info-Materialien.

Quelle: NGZ
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