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Grevenbroich
Stadtrat verweigert Lennartz' Wiederwahl

Grevenbroich. Die Mehrheit des Stadtrats hat sich gestern Abend gegen eine zweite Amtszeit von Udo Lennartz als Feuerwehr-Chef ausgesprochen. Von Andreas Buchbauer und Carsten Sommerfeld

Als SPD-Fraktionsvize Holger Holzgräber gestern gegen 18.40 Uhr im Bernardussaal das Wort ergreift, klingt es nach Abgesang. "Zunächst einmal möchten wir als SPD-Fraktion Udo Lennartz für seine gute Arbeit danken", beginnt er. Es folgt ein Plädoyer für dessen Wiederwahl als Leiter der Feuerwehr. Dazu allerdings wird es nicht kommen. CDU, UWG, FDP, ABG und "Mein Grevenbroich" haben eine geheime Abstimmung im Stadtrat beantragt. Man ahnt: Das tun sie nicht, um Lennartz ebenfalls das Vertrauen auszusprechen. Knapp 20 Minuten später ist klar: Die Mehrheit des Rats verweigert die Wiederwahl des Feuerwehr-Chefs. Lediglich 16 der 43 Stimmberechtigten votieren für eine weitere Amtszeit des Laachers, 27 dagegen.

Im Bernardussaal haben sich auch einige Feuerwehrleute eingefunden. Als Bürgermeisterin Ursula Kwasny das Ergebnis der Abstimmung mitteilt, nehmen es die meisten konsterniert zur Kenntnis. "Na, da habt ihr uns ja was angetan", murmelt ein Feuerwehrmann. Ein anderer flüstert einem Kollegen zu, dass er Lennartz eine SMS schicke, um ihn zu informieren. Der Feuerwehr-Chef ist nicht anwesend, für eine Stellungnahme ist er gestern Abend nicht zu erreichen. Um 19.23 Uhr verlassen die meisten Feuerwehrleute den Bernardussaal. Ihr Alarmpieper geht. Sie müssen ausrücken, machen ihren Job. In diesem Fall muss eine Ölspur beseitigt werden. Das erklärt die Feuerwehr am Abend auf NGZ-Nachfrage.

Im Sitzungssaal geht es derweil weiter um die Feuerwehr. Nachdem Lennartz' Stellvertreter Peter Compes wiedergewählt wurde, wird die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans verabschiedet - allerdings werden die "Neue Feuerwache West" und der Bau des Übungsturms an der Lilienthalstraße herausgenommen. Auch Bürgermeisterin Ursula Kwasny stimmt dafür - und gegen den Rat ihrer Feuerschutzdezernentin Barbara Kamp.

Die Fronten sind verhärtet. Vor allem SPD und FBG machen ihr Unverständnis für das Vorgehen des Fünfer-Bündnisses CDU, UWG, FDP, ABG und "Mein Grevenbroich" deutlich. CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser verliest eine gemeinschaftliche Stellungnahme. Die Gefahrenabwehr und die Funktionsfähigkeit der Wehr würden durch den Verzicht auf Standort West und Übungsturm nicht beeinträchtigt. "Darüber hinaus erkennen wir nicht, dass die Fachverwaltung und die Feuerwehrleitung mit den in Grevenbroich begrenzten Haushaltsmitteln maßvoll umgehen."

Kreisbrandmeister Norbert Lange erklärte gestern Abend: "Die Handlungsfähigkeit der Feuerwehr ist weiter gegeben: Udo Lennartz ist als Leiter der freiwilligen Feuerwehr noch bis Jahresende bestellt." Lange hatte Lennartz' Wiederwahl nach einer Anhörung der Feuerwehr empfohlen. Jetzt müsse die Stadtverwaltung einen neuen Kandidaten benennen, der Kreisbrandmeister führt dann erneut eine Anhörung der gesamten Feuerwehr vor.

Quelle: NGZ
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