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Grevenbroich
Staub: Notfalls den Bagger aus

Grevenbroich: Staub: Notfalls den Bagger aus
Für den Bund für Umwelt und Naturschutz ist der Tagebau Garzweiler die dominierende Quelle der Feinstaubelastung in Grevenbroich. FOTO: NGZ
Grevenbroich. Grevenbroich Der Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) schlägt Alarm: Er geht davon aus, dass in Kürze erneut die zulässige Zahl der Feinstaub-Tagesgrenzwerte in Grevenbroich überschritten wird. "Die Mess-Station in Gindorf hat seit Januar bereits 32 von 35 erlaubten Überschreitungs-Tagen registriert - trotz des Feinstaub-Aktionsplans, der im Oktober in Kraft trat", meint Geschäftsführer Dirk Jansen. Für ihn steht fest: Obwohl RWE etwa 60 Prozent der im Aktionsplan festgelegten Feinstaub-Gegenmaßnahmen im Tagebau Garzweiler umgesetzt hat, sind keine ausreichenden Verbesserungen der Luftqualität erzielt worden. Von Wiljo Piel

"Im Vorjahr kam es in Gindorf zu 46 Überschreitungen des Tagesgrenzwertes. Trotz der aus Sicht des Immissionsschutzes günstigen Wetterlagen in 2007 steuern wir auf ein ähnlich hohes Belastungsniveau zu", so Jansen. Dies dürfe nicht auf die leichte Schulter genommen werden, warnt er, denn: "Nach den vom Landesumweltamt veröffentlichten Mess-Berichten werden in Gindorf regelmäßig die höchsten Maxima in NRW registriert. Sie lagen im März und April bei über 450 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Das ist fast das Zehnfache des erlaubten Grenzwertes - Gindorf hat damit die Durchschnittsbelastung des Ruhrgebiets."

Vor diesem Hintergrund begrüßt Jansen eine von Bürgermeister Axel Prümm und den CDU-Abgeordneten Hermann Gröhe MdB und Karl Kress MdL gestartete Initiative, die RWE Power zu einer schleunigen Umsetzung des Maßnahmen-Pakets im Tagebau Garzweiler bewegen soll: "Es ist höchste Zeit, dass sich die Vertreter dieser Region für die Gesundheit der Bürger einsetzen." Der Bund für Umwelt und Naturschutz fordert jedoch noch weitergehende Aktionen als die im Aktionsplan verankerten Maßnahmen - etwa die komplette Einhausung des Kohlebunkers. Und: "Um Gefahr für Leib und Leben der Bevölkerung abzuwenden, sind auch temporäre Betriebsstilllegungen geboten. Das sieht der Gesetzgeber für den Fall vor, dass der Tagebau die dominierende Quelle für die lokale Feinstaubelastung ist - und das ist er", so Jansen weiter.

Dass es zu einer Feinstaubminderung durch das neue BoA-Kraftwerk kommen wird, bezweifelt der BUND-Geschäftsführer: "Derzeit stoßen alleine Frimmersdorf und Neurath jährlich etwa 500 Tonnen der gefährlichen Partikel aus. Diese Altkraftwerke müssen die gleichen gesetzlichen Bestimmungen einhalten wie neue Blöcke." Nach Jansens Meinung müsste die BoA mit der neusten Filtertechnik (wie Gewebefilter) ausgerüstet werden, die gefährliche Kleinstpartikel zurückhält. "RWE scheut diese Investition jedoch aus Kostengründen - nur das gesetzlich Notwendige wird umgesetzt", kritisiert der Umweltschützer.

Quelle: NGZ
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