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Grevenbroich
Klaus Krützen gewinnt Bürgermeisterwahl

Stichwahl 2015: Klaus Krützen ist neuer Bürgermeister in Grevenbroich
Stichwahl 2015: Klaus Krützen ist neuer Bürgermeister in Grevenbroich FOTO: Tinter; Anja
Grevenbroich. Jubelstimmung bei der SPD: Mit 55,2 Prozent holte sich Klaus Krützen gestern den Wahlsieg. Er lag 2025 Stimmen vor Ursula Kwasny, die es auf 44,8 Prozent brachte. Krützen wird bereits am Donnerstag in der Ratssitzung vereidigt. Von Wiljo Piel

Klaus Krützen (46) hat es geschafft: Nach 16 Jahren zieht in Grevenbroich wieder ein SPD-Bürgermeister in das Alte Rathaus ein. Am Schluss der Stichwahl lag er mit 10,4 Prozentpunkten vor der (Noch-) Amtsinhaberin Ursula Kwasny (CDU). Die Genossen waren in Hochstimmung und empfingen Krützen im Bernardussaal mit dem Schlachtgesang "So sehen Sieger aus!". Vize-Bürgermeister Edmund Feuster drückte dem Gewinner gleich ein kühles Kölsch in die Hand: "Klaus, das hast Du dir redlich verdient."

Ursula Kwasny stand die bittere Niederlage deutlich ins Gesicht geschrieben: "Ich habe mein Amt mit viel Herzblut ausgefüllt - aber die Grevenbroicher wollen den Neuanfang, das ist halt Demokratie", sagte sie. Am kommenden Donnerstag wird Kwasny ihre letzte Ratssitzung leiten, nach der Amtsübergabe am 20. Oktober will sie sich ganz aus der Politik zurückziehen. Tröstende Worte sprach ihr Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) aus: "Ich bin traurig über das Ergebnis", sagte er: "Ursula Kwasny hat wichtige Dinge angeschoben und Gutes für die Stadt getan - es tut mir persönlich leid um sie."

CDU-Parteichef Norbert Gand, der mit einem deutlich geringeren Abstand zu Krützen gerechnet hatte, zeigte sich überrascht vom Ausgang der Stichwahl - immerhin hatte Ursula Kwasny vor zwei Wochen noch knapp vor ihrem SPD-Kontrahenten gelegen. "Dieses Ergebnis, das vielleicht auch etwas mit der geringen Wahlbeteiligung von 37,8 Prozent zu tun hat, müssen wir erst einmal verdauen - und gründlich analysieren", betonte er. Kritisch setzte sich Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kaiser schon am Abend mit dem Ausgang der Wahl auseinander: "Die Niederlage als solche hat mich nicht überrascht", meinte er: "Wenn man nicht in der Lage ist, sich realistisch einzuschätzen, dann macht man auch Fehler..."

Klaus Krützen, der von Grünen, Linken und Freien Bürgern unterstützt wurde, lag mit exakt 2025 Stimmen vor Ursula Kwasny - damit ist es ihm gelungen, auch einen Teil der Wähler zu gewinnen, die sich vor zwei Wochen noch für Martina Suermann (Mein Grevenbroich) oder einen der vier Einzelbewerber entschieden. "Die Grevenbroicher haben den Wechsel gewollt", meinte der 46-Jährige. Er werde jetzt "alles daran setzen, diesem Vertrauensvorschuss gerecht zu werden." Der Hauptschulrektor aus Neukirchen will sich künftig "voll und ganz auf das Amt des Bürgermeisters" konzentrieren. Das heiße für ihn, in absehbarer Zeit auch Abschied vom Posten des SPD-Kreisvorsitzenden zu nehmen: "Ich werde das Amt aber nicht sofort niederlegen, sondern bei der nächsten Wahl nicht mehr kandidieren", sagte Krützen. Sein "Vize" Rainer Breuer, der Bürgermeister in Neuss wird, werde ebenso verfahren.

Für die SPD wurde es noch eine lange Wahlnacht. Nach der Jubelfeier im Bernardussaal wurde der Sieg kräftig in der nahe gelegenen Gaststätte "Haus Portz" gefeiert. Mit dabei der Landtagsabgeordnete Rainer Thiel, der den Wahlausgang mit den Worten "Ein schöner Tag für Grevenbroich" kommentierte. Für ihn zeige das hohe Wahlergebnis, dass die von der Union geschürte Kampagne "Angst vor Rot-Grün" nicht gefruchtet habe.

Quelle: NGZ
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