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Bürgermeisterwahl in Grevenbroich
Stichwahl: Kwasny liegt knapp vor Krützen

Grevenbroich: Kwasny und Krützen gehen in die Stichwahl
Grevenbroich: Kwasny und Krützen gehen in die Stichwahl FOTO: Tinter; Anja
Grevenbroich. Der Kampf um den Bürgermeister-Sessel ist noch nicht entschieden. Am 27. September wird es zur Stichwahl zwischen Ursula Kwasny und Klaus Krützen kommen. Von Wiljo Piel

Ihren Bürgermeisterinnen-Bonus konnte Ursula Kwasny (CDU) nicht ausspielen. Nach der gestrigen Wahl ist die Neuratherin ihrem Kontrahenten Klaus Krützen (SPD) nur eine Nasenspitze voraus. Kwasny erreichte 37,2, Krützen holte 36,1 Prozent - ein Unterschied von gerade mal 249 Stimmen. Keine Spur von Resignation: "Der Wahlkampf wird fortgesetzt - und ich werde am 27. September gewinnen, davon bin ich felsenfest überzeugt", erklärte die amtierende Verwaltungschefin.

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Das sieht ihr Mitbewerber natürlich anders. "Die Wahl ist noch lange nicht entschieden. Es muss uns nun gelingen, diejenigen Wähler für uns zu gewinnen, die den Wechsel in der Stadt wollen", kommentierte Klaus Krützen. Der 46-Jährige spielt damit auch auf die Grevenbroicher an, die für Martina Suermann (Mein GV) gestimmt haben. Und das waren insgesamt 3080 Wähler, also nicht wenige. Die Ratsfrau holte gestern mit 14,1 Prozent das drittbeste Ergebnis von insgesamt sieben Bewerbern. "Ich bin mit dem Ausgang sehr zufrieden. Das ist eine gute Basis für die weitere politische Arbeit in unserer Stadt", sagte sie.

Martina Suermann wird jetzt zu einer heiß begehrten Gesprächspartnerin für CDU und SPD. Ob sie ihren Wählern eine Empfehlung für einen der beiden Kandidaten aussprechen wird, ließ sie am Abend noch offen: "Darüber werde ich mich noch mit meiner Wählergemeinschaft verständigen." Obwohl Suermann die SPD vor der Kommunalwahl 2014 verlassen hatte, will Parteichef Daniel Rinkert auch mit ihr über eine mögliche Unterstützung reden. "Wir werden jetzt grundsätzlich mit allen Fraktionen sprechen, die im Rat vertreten sind", sagt er. Einzelbewerber wie Michael Zimmermann, der respektable 7,1 Prozent holte, seien für ihn aber keine Gesprächspartner. Grüne, Linke und Freie Bürger unterstützen Klaus Krützen ohnehin.

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Wie die nächsten 14 Tage bei der CDU aussehen werden, will der Stadtverbandsvorsitzende Norbert Gand heute Abend im Rahmen einer Vorstandssitzung klären: "Wir werden den Wahlausgang analysieren und uns über weitere Maßnahmen unterhalten. Es muss vor allem gelingen, die Wähler zu motivieren, in 14 Tagen noch einmal an die Wahlurnen zu gehen." Auf seiner Agenda stehe natürlich auch ein Gespräch mit Martina Suermann. "Wie UWG und FDP vertritt auch sie das bürgerliche Lager in Grevenbroich", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kaiser. Alle drei seien in den nächsten Tagen interessante Gesprächspartner für die Union.

Auch für Grevenbroich interessant: Der SPD-MdB Dirk Becker holte sich gestern den Bürgermeister-Posten im lippischen Oerlinghausen. Er erreichte 70,1 Prozent. Verlässt Becker den Bundestag, wäre das eine Chance für Klaus Krützen, doch noch nach Berlin nachzurücken. Der 46-Jährige betonte gestern erneut, dass er Bürgermeister werden will, das habe für ihn oberste Priorität. Sollte er am 27. September verlieren, will Krützen die Situation aber neu bewerten.

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Quelle: NGZ
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