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Grevenbroich
Südstadt-Jungs machen Mode - locker

Grevenbroich: Südstadt-Jungs machen Mode - locker
Tobias Holzweiler (l.) und Norman Keutgen tragen bereits Teile aus ihrer neuen Kollektion. Der dritte im Bunde, Julius Kunold, ist derzeit in Australien. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Die Abi-Jahrgänge beider Grevenbroicher Gymnasien lassen sich von "Lavidalocker Clothing" mit Klamotten ausstatten. Hinter dem aufstrebenden Label stecken drei junge Männer. Am 1. März erscheint ihre neue Kollektion. Von Julia Hagenacker

Die "Unternehmenszentrale" von "Lavidalocker Clothing" ist nicht viel mehr als zehn Quadratmeter groß. Grevenbroich-Südstadt, Einfamilienhaus, ehemaliges Jugendzimmer: Auch das hört sich nicht im Entferntesten hip oder nach Irgendetwas mit Mode an. Trotzdem sitzt dort ein junges Klamotten-Label, das beim cool und trendbewusst angezogenen Teil der Bevölkerung gerade für Begeisterung sorgt. Die Abi-Jahrgänge beider Grevenbroicher Gymnasien und des "Nelly Sachs" aus Neuss werden sich von "Lavidalocker" ausstatten lassen: mit bedruckten T-Shirts, Kapuzenpullis, Käppis. Und: Am 1. März kommt die neue Kollektion.

Angefangen hat die Geschichte mit drei Jungs aus Grevenbroich, einer Idee und einem Ziel: ein Modelabel zu gründen und eine Verbindung zu schmieden, die die Freundschaft in der Zusammenarbeit nach innen und durch den Namen nach außen zusammenhält. Der Name sollte einer sein, der nicht so leicht aus dem Kopf geht. "Da wir drei die komischsten Sachen machen, fast alles recht locker sehen und vielleicht auch ein wenig verrückt sind, kamen wir auf ,Lavidalocker'", erzählt Norman Keutgen. "Die Bezeichnung ,la vida loca' kommt aus dem Spanischen und bedeutet übersetzt ,das verrückte Leben'. Wir haben den Namen etwas umgeformt. Er steht jetzt für uns und unsere Einstellung - eben das lockere Leben." Zwei Jahre ist dieses erste Brainstorming jetzt her.

Heute sind Norman Keutgen (21), Tobias Holzweiler (24) und Julius Kunold (20), die alle noch in der Ausbildung stecken, Unternehmer und "Lavidalocker Clothing" ist eine GbR. Tobias Holzweiler stieß vor ein paar Monaten zum Team, nachdem sich der dritte im ursprünglichen Bunde zurückgezogen hatte. Gearbeitet wird in der Freizeit. "Wir haben uns die Aufgaben aufgeteilt", sagt Norman Keutgen. "Ich kümmere mich hauptsächlich um Bestellungen und Buchhaltung, beim Design und der PR bringen wir uns alle ein." "Lavidalocker" steht für lässige Streetstyle-Mode. Die "Grundzutaten" - Shirts, Pullis, Mützen - bestellen die Jungs bei einem Großhändler. Im "Atelier" im ehemaligen Kinderzimmer von Norman Keutgens Bruder bekommen die Stücke dann ihren Schliff: Logo-Prints, Labelaufnäher, hier einen abgeschnittenen Kragen, dort eine aufgetrennte Naht. "Wir designen die Motive und drucken selbst", sagt Keutgen.

Dabei richten sich die drei Label-Inhaber in erster Linie nach dem eigenen Geschmack. "Wir sind alle viel unterwegs und kennen viele coole Leute", sagt Student Tobias Holzweiler. "Ziel ist, dass möglichst viele junge Menschen unsere Mode tragen, darüber im Netz reden und sich womöglich auch fotografieren lassen." Der größte Teil der Werbung läuft also über die sozialen Netzwerke ab. "Auf Facebook haben wir aktuell knapp 1000 Follower, auf Instagram knapp 3500", sagt Norman Keutgen. Tendenz: steigend.

Wenn alles weiter gut läuft, soll das Label umziehen - am liebsten nach Köln, aber vielleicht auch erst mal nach Neuss "Wir sehen das locker", sagt Norman Keutgen. Aber das ist ja eh klar.

Quelle: NGZ
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