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Grevenbroich
Süß und selten: Ferkel-Nachwuchs im Bend

Grevenbroich: Süß und selten: Ferkel-Nachwuchs im Bend
Wer kann den besten Platz ergattern? Die zwei Wochen alten Bentheimer Schweine sind hungrig und stapeln sich, um an die Zitzen ihrer Mutter zu kommen. FOTO: Anja Tinter
Grevenbroich. Das Bentheimer Schwein war noch vor nicht allzu langer Zeit vom Aussterben bedroht. Das Grevenbroicher Wildgehege trägt zum Erhalt der Rasse bei. Und das mit Erfolg: Im Frühjahr hat sich quicklebendiger Nachwuchs eingestellt. Von Carolin Skiba

Hastig saugen die kleinen Bentheimer Schweinchen an den Zitzen ihrer Mutter. Die erst zwei Wochen alten Ferkel scheinen hungrig zu sein. Eifrig schmatzend ist jedes von ihnen bemüht, den bestmöglichen Platz an der "Milchbar" zu bekommen. Ihre Mutter scheint das Gewusel nicht zu stören. Die Sau liegt genüsslich grunzend auf der Seite und lässt ihre Babys unter sich ausmachen, wer denn nun wo Platz findet. "Mit den Grunzgeräuschen signalisiert sie ihren Jungen, dass alles in Ordnung ist, und ermuntert sie zum trinken", sagt Stadtförster Frank Wadenpohl.

Ferkel-Nachwuchs im Bend

Der Nachwuchs im Schweinestall des Grevenbroicher Wildgeheges zeigt deutlich: Der Frühling ist endlich da. Denn nicht nur die Pflanzen werden langsam grüner, auch bei den Tieren entsteht neues Leben. Bei den Bentheimer Schweinen sieht das im einzelnen so aus: Rosa Haut mit schwarzen Flecken, kleine Ohren und winzige Schnauzen. Doch nicht nur weil er so niedlich sind, freut sich Frank Wadenpohl über den Wurf. Es ist vor allem die Geburt an sich, die ihn begeistert. Denn die Rasse galt lange Zeit als nahezu ausgestorben.

Auch die Dexter-Rinder haben Nachwuchs bekommen. Das kleine Kälbchen ist momentan im Wildgehege gleich neben den Schweinen zu bewundern. FOTO: Tinter, Anja (ati)

Im 20. Jahrhundert ging die große Vielfalt der regionalen Haustierrassen immer mehr zurück. Leistungsfähigere Tiere waren gefragt und so starben viele alte Haustierrassen aus oder gerieten an den Rand des Aussterbens. So auch das Bentheimer Schwein. "Schuld waren die veränderten Konsumgewohnheiten der Gesellschaft. Die Tiere galten als einfach und günstig zu halten, waren sehr fruchtbar und lieferten Fleisch von hoher Qualität", schildert Wadenpohl. Ende der 50er Jahre war dann aber plötzlich fettarmes Fleisch gefragt, das die Bentheimer Schweine nicht liefern konnten. Die Zahl der Züchter ging drastisch zurück, so dass Ende der 90er Jahre nur noch rund 100 Zuchttiere dieser Rasse bundesweit vorhanden waren. Ein Züchter aus Isterberg in der Grafschaft Bentheim hielt allerdings an der Haltung der Rasse fest und bemühte sich, Behörden und Landwirte zu einer Weiterzucht zu überzeugen. Seine Hartnäckigkeit und der wiederentdeckte Sinn für die regionale Kultur führten dazu, dass sich die Rasse erholen konnte. Mittlerweile leben die Schweine wieder in ganz Deutschland verteilt.

Neben den kleinen Bentheimer Schweinchen gibt es aber derzeit noch mehr Nachwuchs im Bend. "Die Wildschweine haben ebenfalls Zuwachs bekommen. Zwei Mütter haben vor gut zehn Tagen 14 Junge bekommen", sagt Johannes Frommen von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald: Die wuseln nun durch ihr Gehege und sind noch so klein, dass sie auf einige Meter Distanz kaum zu erkennen sind. Bekommt man sie aber zu Gesicht, stellt man schnell fest: was den Niedlichkeitsfaktor angeht, stehen sie ihren rosa Artgenossen in nichts nach. Auch die zwei Lämmer, die gerade eine Woche alt sind, lösen mit ihrem Anblick wahre Frühlingsgefühle aus. Bei den Dexter-Rindern ist ein braunes Kälbchen zu sehen, das mindestens genauso niedlich ist wie die kleinen Kamerunschafe, die ebenfalls den Jungtier-Bestand des Wildgeheges erweitern.

Quelle: NGZ
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