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Grevenbroich
Szene-Musiker begeistern im Museum

Grevenbroich. "Blindfish Pete" aus Düsseldorf und "Deafnut Karl" aus Wevelinghoven eröffnen Live-Café-Reihe. Von Karin Verhoeven

Proppevoll war es in der Villa Erckens beim Auftakt der beliebten Reihe "Sommer-Live- Café" mit den beiden urigen, aus der Düsseldorfer Szene bekannten Folk-Musikanten "Blindfish Pete & Deafnut Karl". Songs von Elvis, Bob Dylan, Muddy Waters, Willie Nelson und Leonard Cohen zogen die Besucher ins Grevenbroicher Museum.

Was 2013 als Zusatzangebot von Kulturamt und Museums-Förderverein kreiert worden war, um die Zeit der Sommerferien zu beleben, hat sich als erfolgreich bewiesen. Schon im vorigen Sommer hatten "Blindfish Pete" (Peter Westheiden) und "Deafnut Karl" (Karl Hussmann) ihr Publikum mit Evergreens der 60er und 70er Jahre fest im Griff. Diesmal hatte das Duo überraschend drei weitere Musiker mitgebracht. Manuel Zobel vom städtischen Kulturteam freute sich: "Das wird ein vielseitiger Nachmittag."

Der sehbehinderte "Blindfish Pete" ist in Düsseldorf seit vielen Jahren als souliger Folk-Sänger und Musiker bekannt. Früher war Peter Westheiden beruflich als Spediteur und Fotograf unterwegs, hatte seine Leidenschaft für die Musik von Cliff Richard und Elvis aber schon sehr früh entdeckt. Zunächst war ein Besenstil für ihn Gitarrenersatz - mit zwölf Jahren bekam er sein erstes richtiges Instrument und lernte das Spielen bei den Pfadfindern.

Zunächst waren es Lieder von Freddy Quinn, später ließ ihn der Rock 'n' Roll alles andere vergessen. Mitte der 60er Jahre gründete er die "Hitch-Hikers", dann tourte er mit den "Strangers" durch die niederrheinischen Tanzsäle. Nach zwei Jahren als Sänger bei "The Animals" rückte die berufliche Laufbahn erst mal für den heute 67-Jährigen in den Vordergrund. Als das Kribbeln in den Fingern und Stimmbändern ihn nicht losließ, rief er seinen Freund "Deafnut Karl" aus Wevelinghoven an. Karl Hussmann ist 68, arbeitet als Sitzmöbel-Designer, und begeistert heute das Publikum mit Gitarre und souliger Stimme.

Mit zur Band gehört auch Karl Gerner - er war nach 30 Jahren als Entwicklungsexperte "fast überall auf der Welt" erst vor einem Jahr nach Deutschland zurückgekommen. "Ich saß in Südostasien und habe den Blues gehabt...", erzählte er und überzeugte mit der "Blues Harp". Seine Ehefrau Dorothea brachte sich in zwei Stücken mit der Violine ein. Überraschungsgast Jochen Norhausen (66), ein Musiklehrer aus Düsseldorf, zauberte mit seiner Cajón und einer Saz einen interessanten orientalischen Sound. Das Publikum war begeistert.

Quelle: NGZ
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