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Grevenbroich
Szenische Erinnerungen an eine Mundartdichterin

Grevenbroich. Renate Uhl hält die Erinnerung wach: Der bekannten Wevelinghovener Mundartdichterin Marlies Wassermann, die im Januar im Alter von 80 Jahren starb, hat die Filmemacherin ein szenisches Denkmal gesetzt. Zu sehen ist es erstmals am Mittwoch, 2. November, um 20 Uhr in der Museumsreihe "60 Minuten Niederrhein" in der Villa Erckens.

Bereits im Frühjahr hatte Renate Uhl ihren Film an das Grevenbroicher Stadtarchiv übergeben. Für sie ist der jetzige Abend rund um Marlies Wassermann eine Herzensangelegenheit. "Sie war ein Wivekover Original, sprühte stets vor Ideen, war humorvoll und zugleich tiefgründig in ihren präzisen Versen", erinnert sich Uhl. Beide kannten sich seit den 70er Jahren - sie verband eine tiefe Freundschaft.

Der Film "Sonnestrohle", benannt nach einem der bekanntesten Gedichte der Wevelinghovenerin, ist in Teilen sehr persönlich. "Ich habe altes Filmmaterial, das Marlies unter anderem in ihrem geliebten Garten zeigt, mit Szenen verbunden, die entstanden sind, kurz bevor sie nach München in die Nähe ihrer Kinder zog", erzählt Uhl. Unmittelbar vor der Abfahrt in die neue Heimat streiften die Freundinnen noch einmal durch die Gartenstadt. An besonderen Orten - wie dem alten Rathaus oder der Motte an der Erft - rezitierte Wassermann ihre Texte wie "Et Jeisderhüsje" oder "Mutterdag 1942" und Uhl hielt es mit der Kamera fest.

"Ich wollte eine bleibende Erinnerung", sagt die Filmemacherin. Und das hat Uhl geschafft: Der etwa 20 Minuten lange Beitrag ist eine Hommage an Wassermann und erhält ihre sprachlichen Kunstwerke, die sie "möt vell Hätzblood" in ihrer Muttersprache geschmiedet hat.

(jn)
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