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Grevenbroich
Tagebau Garzweiler bleibt tabu für Cross-Fahrer

Grevenbroich: Tagebau Garzweiler bleibt tabu für Cross-Fahrer
Tagebaudirektor Lutz Kunde im östlichen Restloch von Garzweiler. Überall sind Spuren zu sehen, die von illegalen Endurofahrern stammen, die aus der ganzen Region anreisen. FOTO: wilp
Grevenbroich . RWE Power bleibt hart: Der Tagebau Garzweiler wird nicht einmal abschnittsweise für die Cross-Fahrer freigegeben. Das sagte Sprecher Guido Steffen am Montag auf Anfrage. Dabei standen sogar Vorschläge zur Verpachtung im Raum.  Von Wiljo Piel

Der NGZ-Bericht über illegale Crossfahrer, die sich regelmäßig im sogenannten östlichen Restloch zwischen Grevenbroich und Jüchen aufhalten, hat ein großes Echo hervorgerufen. Dabei wurde der Energiekonzern gleich mehrfach dazu aufgefordert, den Motorradfahrern, die aus der gesamten Region anreisen, einen Abschnitt des ehemaligen Tagebaus zur Verfügung zu stellen. Der Vorschlag: Ein Verein oder aber eine Interessengemeinschaft von Enduro-Fahrern könne diesen Bereich von RWE Power pachten und künftig völlig legal für Freizeitsport-Aktivitäten nutzen.

Nach Auskunft des Energiekonzerns ist das aber nicht möglich. "Die Planungen für das östliche Restloch sind schon vor vielen Jahren festgelegt worden", sagt Guido Steffen: "Das verfüllte Gelände wurde der Landwirtschaft versprochen, die ein berechtigtes Interesse daran hat. Aus dem östlichen Restloch werden die Ackerflächen der 2030er Jahre." Auch kleinere Waldstücke seien dort vorgesehen. Die Braunkohlebagger seien dort bereits vor einiger Zeit abgezogen worden, nun sind die Absetzer an der Reihe. Bis sie die Grube komplett mit Erdreich gefüllt haben, werden voraussichtlich noch 15 Jahre vergehen.

Der Tagebau Garzweiler im Wandel der Zeit FOTO: Google Earth

Eine zwischenzeitliche Nutzung des Lochs sei nicht drin – auch nicht abschnittsweise, sagt Steffen: "Dagegen sprechen vor allem Sicherheitsgründe. Die steilen Böschungen, aber auch der in der Grube vorhandene Treibsand sind viel zu gefährlich." Darauf hatte auch Tagebauchef Lutz Kunde hingewiesen. Mit Unterstützung der Polizei will er nun härter gegen illegale Endurofahrer vorgehen.

"Planungen für die Zukunft ehemaliger Tagebaue werden Jahrzehnte im Voraus getroffen", sagt Steffen. Die Motocross-Strecke im Abschnitt zwischen A 540 und der Königshovener Höhe sei allerdings nicht vorgesehen gewesen. "Dort war eine Mülldeponie geplant, deswegen blieb ein Restloch frei", so Steffen. Weil sich der Gesetzgeber jedoch gegen die Deponie entschied, konnten die Sportler einziehen.

 
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