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Terror in Paris
Der Rhein-Kreis trauert mit Frankreich

Terror in Paris: Rhein-Kreis Neuss trauert mit Frankreich
Beim Gedenken zum Volkstrauertag auf dem Neusser Hauptfriedhof wurde in der Kapelle eine Schweigeminute für die Opfer der Attentate in Paris eingelegt. FOTO: Andreas Woitschützke
Rhein-Kreis Neuss. Die Terroranschläge in Paris bewegen auch die Menschen im Rhein-Kreis Neuss. Viele drücken zum Beispiel auf Facebook ihre Solidarität aus. Auch bei den Veranstaltungen zum Volkstrauertag gedachten die Teilnehmer der Opfer. Von Susanne Genath, Andreas Buchbauer und Klaus D. Schumilas

Die Terroranschläge in Paris haben auch im Rhein-Kreis Neuss für Bestürzung gesorgt. In einer ersten Reaktion spricht Landrat Hans-Jürgen Petrauschke von einem "barbarischen Anschlag" auf das freiheitliche Zusammenleben. "Wir sind vereint in tiefer Trauer und Schmerz mit dem französischen Volk, aber auch in der Entschlossenheit, unser freiheitliches Zusammenleben und unsere Werte gegen jede Art von Terror zu verteidigen", erklärt er. In den sozialen Netzwerken im Internet bekundeten viele Bürger ihr Mitgefühl und ihre Solidarität mit Frankreich - und färbten zum Beispiel ihre Profilbilder bei Facebook in den Farben der französischen Flagge ein.

So wie Grevenbroichs Bürgermeister Klaus Krützen (oben links) haben viele bekannte Gesichter aus dem Rhein-Kreis ihre Profilbilder auf Facebook mit den französischen Nationalfarben hinterlegt.

Lichtkünstler Oliver Bienkowski (33) aus Neuss startete noch in der Nacht zu Samstag eine spontane Aktion in Berlin und projizierte den Schriftzug "Nous sommes unis" ("Wir sind vereint") gegen 2 Uhr in großen, weißen Buchstaben auf das Gebäude der französischen Botschaft. Auch das Kanzleramt wurde angestrahlt. Der Aktivist unterstützt die gemeinnützige Organisation Pixelhelper. (Mehr dazu lesen Sie hier.) 

Bürgermeister Klaus Krützen bezog gestern bei seiner Rede zum Volkstrauertag klar Stellung zu den Anschlägen. Dabei zitierte er den in der vergangenen Woche verstorbenen Altkanzler Helmut Schmidt, der 1977 anlässlich des RAF-Terrors gesagt hatte: "Die Attentäter mögen in diesem Augenblick ein triumphierendes Machtgefühl haben. Aber sie sollen sich nicht täuschen. Der Terrorismus hat auf die Dauer keine Chance. Denn gegen den Terrorismus steht nicht nur der Wille der staatlichen Organe. Gegen den Terrorismus steht der Wille des ganzen Volkes." Zugleich warnte Krützen davor, Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen.

Auf die Fassade des Kanzleramtes und auf die französische Botschaft in Berlin (Bild) projizierte Lichtkünstler Oliver Bienkowski den Schriftzug "Nous sommes unis". FOTO: Bienkowski

Für Aufregung sorgte gestern eine im Netz und den sozialen Netzwerken kursierende Email. Sie erweckt den Anschein, dass sie von offizieller Seite der Stadt Meerbusch stamme. In der Email werden Hinweise auf eine Bedrohung von Schulen gegeben und den Eltern wird freigestellt, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Stadt Meerbusch stellte klar, dass die Mail jeglicher Grundlage entbehre. Die Kreispolizei Neuss weist darauf hin, dass es keinen konkreten Anlass gibt, der solche Ängste begründen würde. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen zum Versender der Nachricht aufgenommen und ein Strafverfahren eingeleitet.

Quelle: NGZ
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